Behörde: Piloten dürfen von Routen abweichen

Initiative: Fluglärm wird ganze Region betreffen

Eines der Themen auf dem Logo im Blick: Die BI Oberweser-Bramwald befasst sich außer mit dem befürchteten Fluglärm aber auch mit der Versalzung der Werra durch die K+S-Abwässer.

Bursfelde. Die Routen, die die Flugzeuge zum und vom Flughafen Kassel-Calden nehmen werden, wurden kürzlich vorgestellt. Sie seien aber nicht mehr als Linien auf dem Papier, so die Bürgerinitiative (BI) Oberweser-Bramwald.

Im Tagesbetrieb haben die Fluglotsen das letzte Wort. Das bedeute: Die gesamte Oberweserregion werde vom Fluglärm betroffen sein.

Das geht aus einem Antwortschreiben des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung an die Bürgerinitiative hervor. Die BI hatte nach verbindlichen Angaben zu den Flugrouten in der Region gefragt.

Die vorgeschriebene Flughöhe liege im Bereich Hann. Münden bei rund 900 Meter über normal Null, lautet eine Angabe, was die BI mit etwa 750 Metern absoluter Flughöhe beziffert. Was die Flugrouten angeht, sagt die Behörde klar, dass die Luft keine Schienen habe: Abweichungen der auf der Karte eingezeichneten Wege seien durch verschiedene Navigationsmethoden möglich, aber auch vom Wetter abhängig, vom Flugzeugtyp und der Beladung.

„Die auf Karten dargestellten Flugverfahren können den erwarteten Weg der Luftfahrzeuge deshalb nur idealisiert darstellen“, heißt es in dem Schreiben unter anderem. Ideal wäre, zwischen den Orten hindurch über unbesiedeltes Gebiet. Im Alltag haben die Einzelfreigaben durch Fluglotsen Vorrang. Es müsse also auch abseits der Routen mit Luftverkehr gerechnet werden. Die jetzt veröffentlichten Routen sind zudem nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Flugverfahren unterlägen der Evaluierung, heißt es von seiten der Flugsicherung weiter, aus technischen oder Lärmgesichtspunkten könne es auch Änderungen geben.

Diese Antworten der Flugsicherung fasst BI-Sprecherin Gabriele Niehaus-Uebel so zusammen: „Damit steht fest, dass die gesamte Oberweserregion vom Fluglärm betroffen sein wird und die veröffentlichten Flugrouten lediglich Linien auf dem Papier sind, die letztlich keinerlei Relevanz haben. Hier werden nicht nur die Interessen der Bürger ignoriert, sondern auch die Arbeit der Lärmschutzkommission als reine Beschäftigungstherapie zur Erfüllung von Auflagen ad absurdum geführt.“ (tns)

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