Zinsen, Investitionskosten, Verluste

Airport ist für Calden zu teuer: 1,13 Mio. Kosten

Teuer bezahlt: Allein der laufende Betrieb des Flughafens Kassel-Calden wird in diesem Jahr einen Verlust von über 8 Millionen Euro einfahren. Die Gemeinde Calden muss davon 500 000 Euro übernehmen. Archivfoto:  Thiele

Calden. Die Gemeinde Calden droht unter der Last ihrer Beteiligung am Flughafen Kassel-Calden ihre finanzielle Leistungsfähigkeit zu verlieren

Nach einer Aufstellung des Gemeindevorstands wird die Gemeinde jährlich mit weit über einer Million Euro aus ihrer Beteiligung am Flughafen belastet.

Genau sind es 1,13 Millionen Euro, die die Verwaltung an Aufwendungen für den Flughafen im nächsten Jahr kalkuliert. Das sind nur rund 35.000 Euro weniger als der Gesamtfehlbetrag im Haushalt dieses Jahres ausmacht. Das bedeutet, dass Calden ohne den Flughafen einem ausgeglichenen Haushalt wesentlich näher wäre.

Die Zahlen wurden anlässlich der jüngsten Gemeindevertretersitzung erstmals vorgelegt. Den Anstoß dazu hatte die SPD-Fraktion mit einem umfangreichen Fragenkatalog zum Flughafen gegeben. Der Hintergrund dazu war, dass Bürgermeister Andreas Dinges im Bürgermeisterwahlkampf hatte durchblicken lassen, dass die Kosten für den Flughafen die Gemeinde noch weit höher belasten als bisher angenommen.

Dinges hatte seinerzeit gemutmaßt, dass es bis zu 700.000 Euro sein könnten, mit denen Calden seinen jährlichen Verpflichtungen für den Flughafen nachkommen müsse. Dass die tatsächliche Summe aber noch um mehr als 400.000 Euro über der damaligen Schätzung des Bürgermeisters liegt, überrascht viele Beobachter.

„Auf Dauer wird die Gemeinde diese Belastung nicht tragen können“, sagt Andreas Dinges, der Ende Februar sein Amt an Nachfolger Maik Mackewitz übergeben wird. Deshalb müsse die Gemeinde alles daran setzen, ihren Geschäftsanteil an der Flughafen GmbH drastisch zu reduzieren. Als kleinster Anteilseigner hält Calden sechs Prozent, das Land als Mehrheitsgesellschafter 68 Prozent und Stadt und Landkreis Kassel jeweils 13 Prozent.

Neben Zinsen und Abschreibungen auf die Investitionskosten muss Calden auch für die Verluste, die der Flughafenbetrieb einfährt, mit geradestehen. Bei einem erwarteten Defizit in diesem Jahr von 8,1 Millionen Euro ist das für Calden ein Betrag von knapp 500.000 Euro.

Dazu kommen noch die sogenannten Gemeinwohlkosten für Flugsicherung, - überwachung sowie Feuerwehr, die das Land nicht mehr allein tragen, sondern auf alle Eigentümer übertragen will. Diese Gemeinwohlkosten werden mit insgesamt fünf Millionen Euro beziffert. Für Calden bedeutete dies zusätzliche Kosten von 300.000 Euro. Eingerechnet hat die Gemeinde bislang aber nur 160.000 Euro. (geh)

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