"Guter sechsstelliger Betrag pro Jahr“

Flüchtlingslager in Calden bringt Flughafen Einnahmen

Luftbild vom Lager vor der Erweiterung durch Container. Leserfoto: Lars Drangeid

Calden. Die Flüchtlingsunterkunft auf dem alten Flugplatz in Calden wird sich voraussichtlich positiv auf die Bilanz des Kassel Airports auswirken.

Wie das Hessische Finanzministerium bestätigt, zahlt Hessen für die mittlerweile 50.000 Quadratmeter große Fläche Pacht. Aus der Summe machen Land und Flughafen GmbH aber ein Geheimnis.

Beobachter gehen davon aus, dass ein „guter sechsstelliger Betrag pro Jahr“ in die Bilanz der Flughafengesellschaft fließt. Dass solche Schätzungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt das Erstaufnahmelager in Hessisch Lichtenau. Dort gibt es eine ähnliche Einrichtung wie in Calden. Die Pacht dafür ist öffentlich bekannt, weil die Stadt Vermieter ist.

Hessisch Lichtenau erhält dort 1 Euro pro Quadratmeter - 34.000 Euro sind das im Monat, also über 400.000 im Jahr. Auf Calden übertragen wären das 600.000 Euro im Jahr - zudem werden dort auch noch Hallen angemietet.

Vom Land heißt es dazu nur: „Für die jeweiligen Flächen und Gebäudearten wurden ortsübliche Mieten und Pachten angesetzt“, sagt Moritz Josten, Sprecher des Finanzministeriums. Er betont, dass es sich nicht vollständig um zusätzliche Erträge für die Flughafengesellschaft handelt. Denn die Gebäude und Flächen seien zum Teil bereits vor dem Bau der Flüchtlingsunterkunft andersweitig vermietet gewesen.

Interessant sind die Pachteinnahmen für die Eigentümer des künftigen Gewerbeparks auf dem alten Flugplatz: die Gemeinde Calden, die Stadt und den Landkreis Kassel. Denn sobald die Hessische Landgesellschaft (HLG) für sie dem Flughafen das Gelände abkauft, fließen die Pachteinnahmen in die Entwicklung des neuen Gewerbeparks.

Seit einiger Zeit stocken die Verhandlungen über das Projekt aber. Und solange gehen die Einnahmen an die Flughafengesellschaft.

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