1,2 Millionen Euro

Flughafen-Defizit treibt Caldens Haushalt tief ins Minus

Calden. Der Flughafen Kassel-Calden hat im vergangenen Jahr einen Verlust von knapp sieben Millionen Euro eingefahren. Entsprechend ihres sechsprozentigen Gesellschafteranteils muss die Gemeinde Calden davon rund 420.000 Euro tragen. Das führt im kommunalen Ergebnishaushalt zu einem Defizit von 1,2 Millionen Euro.

Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn im laufenden Haushaltsjahr rechnet die Flughafengesellschaft mit einem Verlust von mehr als acht Millionen Euro. „Vor diesem Hintergrund werden wir in unserem Etat 500.000 Euro als Verlustzuweisung einstellen müssen“, sagt Dinges und fügt hinzu: „Das kann auf Dauer nicht so bleiben, das schmerzt uns zu sehr.“

10-Prozent-Vorgabe

Doch der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass die Vorgabe der neuen schwarz-grünen Landesregierung, die der Flughafengesellschaft aufgibt, das Defizit Jahr für Jahr um jeweils zehn Prozent herunterzufahren, Wirkung zeigen wird. Dinges: „Diese Regelung begrüßen wir ausdrücklich.“

23 Millionen Euro Schulden

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Dieses Ziel müsse unbedingt erreicht werden, denn die Gemeinde Calden mit ihren 7500 Einwohnern stehe bei einer Gesamtverschuldung von 23 Millionen Euro schon heute mit dem Rücken zur Wand. Aus diesem Grund habe beispielsweise der im Rahmen der Dorferneuerung vorgesehene Ausbau des Dorfgemeinschaftshauses Ehrsten zurückgestellt werden müssen. Ob Dorfgemeinschaftshäuser, Sportstätten und auch das Freibad - für solche Einrichtungen müssten künftig wohl neue Betreiberformen gesucht werden. Denn von der Einnahmeseite her ist mit keiner Entlastung zu rechnen. „Der Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen, die wir uns durch den Flughafen erhofften, ist bislang ausgeblieben“, stellt der Bürgermeister ernüchtert fest.

Muller nicht verantwortlich

Der Bürgermeister lässt durchblicken, dass er für die Probleme des Flughafens nicht Geschäftsführerin Anna Maria Muller verantwortlich macht. Als Standort-Bürgermeister sagt er, dass die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Gemeinde und Flughafen nach anfänglichen Schwierigkeiten besser geworden ist. „Ihre persönliche Präsentation ist gut“, sagt Dinges. Nach seiner Auffassung „ist künftig mehr Beiratstätigkeit gefragt“, um den Flughafen nach vorne zu bringen. Um eine Neuausrichtung des Airports hinzukriegen, müssten auch die Mitglieder des Beirats ihre fachliche Kompetenz einbringen.

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