Linke werfen Kasseler Magistrat mangelnde Transparenz vor

Flughafen Kassel-Calden: Keine Antwort auf Fragen

Kassel. Über Erfolgsprojekte wie den Flughafen berichtet Kassels Kämmerer Dr. Jürgen Barthel (SPD) gerne. So sagte er es kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung, als die Linken erklärt haben wollten, wie viele Millionen in Calden wofür im Jahr 2014 investiert werden sollen. Ins Detail wollte Barthel dabei nicht gehen.

Zumindest nannte er auch auf mehrmalige Nachfrage von Linken-Fraktionschef Norbert Domes keine Zahl aus dem Wirtschafts- und Investitionsplan der Flughafen-GmbH. Aus dem Plan, der unserer Zeitung vorliegt, geht hervor, dass die Flughagen-GmbH im laufenden Jahr knapp 18 Millionen Euro investiert.

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Davon sollen etwa 4,7 Millionen Euro in den Erwerb von Grundstücken fließen. Den Linken hielt Barthel vor, mit ihrer Anfrage nur Theater veranstalten zu wollen. In Wahrheit gehe es ihnen nicht um die Zahlen des Flughafens, sondern um die politische Debatte. Mit der Modernisierung dieses wichtigen Standortfaktors für die Region versuche man internationale Unternehmen und damit Gewerbesteuerzahler zu halten und zu gewinnen.

„Der Flughafen braucht Zeit“, räumte Barthel ein. „Aber für die Stadt rechnet er sich finanzwirtschaftlich schon heute.“ Domes kritisierte die „mangelnde Transparenz bei den Verlusten“ der Flughafen-GmbH. Auf die konkreten Fragen der Linken bleibe Barthel als zuständiger Dezernent die Antworten schuldig. „Wir wollen wissen, wie viel kostet dieses Ding denn noch und noch“, sagte Domes.

Kritiker wie die Kasseler Linken bemängeln, dass die Situation des Flugafens seit Jahren schöngerechnet wird. Noch vor zwei Jahren hatte die Betreiber-GmbH für 2014 mit einem Verlust von 346 000 Euro kalkuliert. Diese Zahl stammt aus einer Antwort des Magistrats der Stadt Kassel auf eine Anfrage der Linken-Fraktion. Längst mussten sich die Verantwortlichen korrigieren.

Legendäres Flugzeug des Typs JU 52 am Flughafen Calden

Aktuell wird mit einem Defizit von 8,1 Millionen Euro gerechnet. Die Linken solllten aufhören, den Flughafen als wichtiges Strukturprojekt kaputtzureden, forderten Redner von SPD, CDU und FDP. Geändert hat sich die Position der bislang kritischen Grünen. „Der Flughafen ist gebaut, das Geld ist weg, aber man muss ihm jetzt auch die Chance geben, sich zu entwickeln“, sagte Karl Schöberl. (clm)

Video: Tante Ju in Calden

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