Gesellschafter brauchten ganzen Tag zur Abstimmung einer Stellungnahme

Flughafen Kassel-Calden: Langes Ringen um Erklärung

Kassel. Die Telefonleitungen zwischen den Büros von Landrat Uwe Schmidt, Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz und Hessens Finanzminister Thomas Schäfer dürften am Freitag geglüht haben.

Angesichts der sich zuspitzenden Lage am Kasseler Flughafen ging es um eine gemeinsame Erklärung zu dessen Zukunft.

Am Ende rauften sich die vier doch noch zusammen und rangen sich zu einem Minimalkonsens durch. Demnach sei man sich in der Unterstützung des Airports einig. Es folgen Allgemeinplätze zur Bedeutung des Flughafens für die heimische Wirtschaft, die Verkehrsinfrastruktur der Region und die Arbeitsplätze am Standort.

Bis zum Mittag war gar nicht einmal sicher, dass es überhaupt eine gemeinsame Erklärung geben würde. Noch am Vortag gab es Hinweise darauf, dass der Landkreis ausscheren und mit einer eigenen Erklärung in die Öffentlichkeit gehen würde.

Am Ende tat er es – wahrscheinlich des lieben Friedens willen – dann doch nicht. Der Landrat forderte aber alle Beteiligten auf, „ohne Vorbehalte“ in ein Gespräch über die weitere Entwicklung zu gehen.

Der Ton innerhalb des bislang geschlossen auftretenden Gesellschafterkreises wird also rauer. Der Landkreis ist offenbar nicht mehr bereit, die bisherige Augen-zu-und-durch-Strategie mitzutragen, und verlangt nach einem schlüssigen Zukunftskonzept. Das aber setzt nicht nur ein neues, fähiges Management, sondern auch mehr unternehmerisches Denken und Mut zum Risiko in den Reihen der Gesellschafter voraus. Ein Weiter-so geht nicht mehr.

Grüne fordern runden Tisch zum Flughafen

Der Rückzug von Germania aus Calden – und die MT Melsungen richtet sich nach Paderborn aus: Die Schlagzeilen zum nordhessischen Flughafen wertet die Kreistagsfraktion der Grünen als „erschreckende Hiobsbotschaften“. Gleichwohl seien Schuldzuweisungen mit Blick auf Landesregierung, Aufsichtsrat oder Geschäftsführer fehl am Platz, heißt es in einer Presseerklärung. Es gelte nun, Perspektiven aufzuzeigen. Gefordert wird eine Aufsichtsratssitzung mit Vertretern von Stadt und Landkreis, um mit dem Land über Perspektiven des Airports zu beraten.

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