Auch Abschreibungen und Zinsen schlagen zu Buche

Flughafen bringt neben Verlusten weitere Kosten für die Gemeinde Calden

Dauerhaft im Gespräch: Auch über den Flughafen Kassel-Calden diskutierten die Bürgermeisterkandidaten. Archivfoto:  Thiele

Calden. Was die Gemeinde Calden insgesamt an finanziellen Lasten durch den Flughafen-Neubau zu tragen hat, liegt nicht offen auf der Hand, sondern bedarf des genauen Hinsehens. Auch beim HNA-Lesertreff zeigte sich, dass die Materie offenbar kompliziert und auch von Kommunalpolitikern nicht so leicht zu durchschauen ist.

Ob neben den Verlusten, die das Flughafen-Geschäft einfährt, die Gesellschafter auch noch für andere Aufwendungen geradestehen müssen, wollte Norbert Beer von den drei Kandidaten wissen. Er habe Informationen, dass die 420.000 Euro, die Calden an Verlust abdecken müsse, noch nicht alles sind, was die Gemeinde für den Flughafen ausgeben müsse, meinte der ehemalige Gemeindevertreter des Bürgerforums. Da seien zusätzlich noch die AfA-Kosten (Abschreibung für Abnutzung) auf das Anlagevermögen sowie die Zinsleistungen für die aufgenommenen Kredite, die haushaltswirksam seien. Das allerdings war weder Bürgermeister Dinges, noch seinen beiden Herausforderern klar.

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Doch Beer hatte recht. Das bestätigte auf HNA-Frage Kämmerer Holger Neumeyer. Allerdings: Transparent sind die Zusammenhänge nicht. Denn im Ergebnishaushalt werden nicht die Abschreibungen für jedes Gebäude und jede Anlage einzeln aufgeführt, sondern landen alle zusammen unter dem Haushaltstitel „Abschreibungen“.

Wie hoch diese Abschreibung auf Caldens Sieben-Millionen-Euro-Anteil letztlich aber ausfallen wird, „müssen wir noch herausfinden“, sagt Neumeyer. Das richte sich nach der „betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Anlagegüter“. Der Kämmerer vermutet, dass Flughäfen eine Nutzungsdauer von 50 bis 80 Jahren haben.

Ähnlich verhält es sich mit den Zinsen für die sieben Millionen, die Calden beisteuerte. Diese Summe verteilt sich auf mehrere Jahre und mehrere Tranchen, von denen die erste schon beim Grunderwerb und die letzte zur Fertigstellung von der Gemeinde überwiesen wurde.

Kredite aber nimmt die Gemeinde nicht für jedes Projekt einzeln, sondern in der Regel mehrmals im Jahr für verschiedene Projekte auf. Dabei variieren die Zinssätze für die Kommunalkredite. Das Zinsniveau habe in den vergangenen Jahren zwischen 2,5 und drei Prozent gelegen. Neumeyer schätzt, dass die jährlichen Zinskosten für die Caldener Flughafen-Investition bei 120.000 Euro liegen. (geh)

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