Vertrag regelt Aufgaben

Flughafenbeirat für Kassel Airport: Eine Hilfe für die Chef-Etage

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Terminal des Flughafens: Der Beirat sollte die Gesellschafter und die Führung der Flughafengesellschaft unterstützen, heißt es im Vertragswerk. 

Calden. Auch wenn man sich in der Forderung nach einem Flughafenbeirat einig war, ganz ohne politische Reiberei ging es im Caldener Parlament dann doch nicht.

Dass ausgerechnet die CDU in der Sache vorpreschte, ärgerte die Sozialdemokraten. Denn die Christdemokraten in Calden hätten lange Zeit der bisherigen Flughafenführung den Rücken gestärkt. Und die habe den Beirat ja „versacken lassen“, sagt Patrick Wicke (SPD).

Trotzdem war man sich einig: Einstimmig forderte das Parlament die Wiederbelebung des Beirates. „Der ist eine gute Möglichkeit, mit dem neuen Airportchef ins Gespräch zu kommen“, erklärt Irmgard Croll (Freie Wähler).

Dabei ist „versacken“ das richtige Wort: Denn abschaffen konnte man das Beratergremium des Kassel Airports schwer. Also wurde er schlicht nicht mehr einberufen.

Der Beirat ist im Gesellschaftervertrag des Flughafens verankert und dort neben Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung aufgeführt. Dort heißt es: Der Beirat unterstützt Geschäftsführung und Gesellschafterversammlung in allen wichtigen Belangen.

„Dieser Auftrag gilt für den neuen und für den alten Flughafen“, betont Ex-Landrat Dr. Udo Schlitzberger. Er saß in dem Gremium. „Ich halte den Beirat, dem sachkundige Persönlichkeiten aus Kommunal-, Regional- und Landespolitik angehörten, für bedeutsam.“ In alter Konstellation war der Beirat politisch stark besetzt: Unter den damaligen 18 Vertretern waren zahlreiche Landtags- und Bundestagsabgeordnete. Doch nach dem Ausbau des Airports spielte er kaum noch eine Rolle: Nur einmal tagte das Gremium noch unter der damaligen Airportchefin Maria Anna Muller, dann nie wieder. Im Gegenteil: Im Sommer 2015 flatterte den Mitgliedern ein Schreiben ins Haus, dass der Beirat „ab sofort aufgehoben sei“.

Damit war er aus der Öffentlichkeit verschwunden. Er wurde in neuer Form mit wirtschaftlichem Schwerpunkt zwar neu konzipiert, trat aber nie zusammen. Dabei wünscht sich Schlitzberger nicht nur den Beirat in alter Form zurück. Er würde ihn noch mehr öffnen für Vertreter der Initiative Pro Kassel Airport. „Wenn es eine solche Initiative schon gibt, wäre es klug, sie einzubeziehen."

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