Mehr Bewerbungen für Kassel als für Frankfurt und Berlin

Kabinen-Crew für Airbus der Fluglinie Sundair ist fast komplett

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Kassel. Flugbegleiter – dieses in der Region neue Arbeitsfeld ist für viele Nordhessen und Südniedersachsen offenbar eine echte Option.

Die neue Fluggesellschaft Sundair hat bei einem Bewerbertag am Flughafen Kassel Personal für diesen Job ausgewählt.

Sundair will demnächst von Kassel, Berlin und Frankfurt aus zu Urlaubszielen abheben und hat sich „positiv überrascht“ geäußert über die Resonanz auf ihr Arbeitsangebot und auch über das Qualitätsniveau der Bewerber für Kassel. „Das hätten wir so nicht erwartet“, sagte Vera Lazic, Kabinenpersonal-Chefin bei Sundair.

Nach ihren Angaben sind inzwischen fast 100 Bewerbungen aus der Region für einen Job am Himmel eingegangen – gut vier Mal so viele, wie für die schichtweise Besetzung des Airbusses benötigt wird, der ab Juli in Calden fest stationiert wird.

So viele Interessenten hat es laut Lazic weder für Frankfurt noch für Berlin gegeben: „Von der Resonanz her ist Kassel die Nummer 1.“

Bis auf einzelne freie Stellen steht inzwischen praktisch fest, wer ab 1. Juli in einer Sundair-Uniform die nordhessischen Fluggäste an Bord begrüßen wird. Das hat ein Bewerber-Auswahltag am Mittwoch am Kasseler Flughafen ergeben, wobei die Medien mit Rücksicht auf die Bewerber draußen bleiben mussten. Was aber Vera Lazic von Sundair im Anschluss berichtete, ist geeignet, manch vorschnelles Urteil über dieses Berufsfeld geradezurücken:

  •  Von wegen Frauenjob: Etwa die Hälfte der Bewerber beim Auswahltag war männlich.
  •  Das Altersspektrum reiche von 18-Jährigen, die gerade Abitur machen, bis zu Kandidaten in ihren 40ern, sagte Lazic.
  • Die meisten Interessenten hätten sich aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus beworben – viele kämen aus den Bereichen Gastronomie und Tourismus sowie aus Gesundheitsberufen, auch Quereinsteiger etwa aus dem Bankwesen seien darunter.

Zwar sei der überwiegende Teil in der Luftfahrt bisher unerfahren, sagte die Sundair-Frau, „aber vom allgemeinen Bildungs- und Persönlichkeitsniveau der Bewerber in Kassel waren wir sehr überrascht.“

Insgesamt 27 Kandidaten waren zu dem Bewerbertag am Flughafen eingeladen gewesen. Für ein gutes Dutzend endete schon am Vormittag der Traum vom Job über den Wolken, nachdem sich herausstellte, dass es mit den in der Luftfahrt unabdingbaren Englischkenntnissen nicht stimmte.

Von den verbleibenden Bewerbern „hat es der größte Teil geschafft“, sagt Vera Lazic: 17 Teilnehmer des Auswahlverfahrens würden voraussichtlich in der kommenden Woche ein Ausbildungs- und Jobangebot bei der Fluglinie bekommen. Darunter seien drei bis vier Personen für eine Stelle als leitende Flugbegleiter.

Lazic: „Damit haben wir unseren Personalbedarf für Kassel fast abgedeckt.“ Die noch fehlenden Stellen zu besetzen, werde angesichts der unerwartet großen Zahl von Bewerbungen kein Problem sein.

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