Reaktionen zum Weggang von Ralf Schustereder

Kassel Airport: Was Anteilseigner zum Führungswechsel sagen

Bald nicht mehr Flughafen-Chef: Ralf Schustereder geht zum 1. April.

Kassel/Calden. Flughafen-Chef Ralf Schustereder ist ab 1. April Geschichte. Das wurde am Montag bekannt. Doch was sagen die Repräsentanten der Anteilseigner des Airports dazu?

Der Flughafen Kassel gehört sozusagen dem Volk - Anteilseigner sind das Land Hessen (68 Prozent), die Stadt Kassel (13 Prozent), der Landkreis Kassel (13 Prozent) und die Gemeinde Calden (6 Prozent).

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH: 

„Beobachtern des Flughafens dürfte klar sein, wie fordernd dieser Job in den vergangenen Jahren war und welche unschönen Begleitumstände Herr Schustereder mitunter in Kauf nehmen musste. Ich rechne ihm hoch an, dass er unbeirrt am Erfolg des Kassel Airport gearbeitet hat. Die Erfolge der vergangenen Wochen geben ihm Recht. Die Ausgangsbasis für das Jahr 2017 ist besser denn je. Der Zeitpunkt für einen Wechsel in der Geschäftsführung ist genau richtig.“

Thomas Schäfer

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD): 

„Die Entwicklung des Flughafens braucht Zeit. Herr Schustereder hat den Kassel Airport in den vergangenen Jahren entscheidend vorangebracht. Der Flughafen gewinnt für die Region auch als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor immer mehr an Bedeutung.“

Bertram Hilgen

Caldens Bürgermeister Maik Mackewitz (parteilos): 

„Den Wunsch von Herrn Schustereder, seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen, kann ich vor allem menschlich nachvollziehen. Der künftige Chef des Airports, Lars Ernst, hat als bisheriger stellvertretender Geschäftsführer einen großen Anteil an den für den Airport positiven Entwicklungen der letzten Wochen. Ich wünsche ihm, dass es ihm gelingt, schnell das Vertrauen seiner Mitarbeiter zu gewinnen. Auf die Probleme der Gemeinde – die Verzögerung beim Bau des neuen Gewerbeparks auf dem alten Flugplatz und die hohe Kostenbelastung – hat die Personalie keine direkten Auswirkungen.“ 

Maik Mackewitz

Der Landrat des Landkreises Kassel, Uwe Schmidt (SPD), gab am Montag keine Stellungnahme zur Personalie Schustereder ab. Schmidt sei nicht zu erreichen, teilte der Landkreis auf Anfrage mit. Er ist damit der einzige Vertreter der insgesamt vier Anteilseigner (Land Hessen, Stadt Kassel, Kreis Kassel und Gemeinde Calden), der sich bisher nicht geäußert hat.

Auch am Dienstag wollten wir mit Schmidt über die Personalie sprechen. Er vertritt den Anteilseigner Landkreis Kassel (13 Prozent) im Aufsichtsrat der Flughafen GmbH. Über seine Sprecherin ließ Schmidt am frühen Nachmittag mitteilen, dass er der Erklärung des Landes und der Stadt nichts hinzuzufügen habe. Ein Interview wollte er nicht geben. Im Folgenden dokumentieren wir die Fragen, die wir Uwe Schmidt gestellt haben, die er aber nicht beantwortet hat.

Herr Schustereder hat das Handtuch geworfen. Sie sind erleichtert, dass das Kapitel bald beendet ist?

Uwe Schmidt: Keine Antwort.

Wie bewerten Sie die Arbeit Schustereders? 

Schmidt: Keine Antwort.

Warum wurde der Mann trotz seiner Eskapaden und der wirtschaftlichen Erfolglosigkeit auch vom Anteilseigner Landkreis Kassel so lange gestützt?

Schmidt: Keine Antwort.

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), der Aufsichtsratschef der Flughafen GmbH, spricht von „unschönen Begleitumständen“, die Schustereder habe erdulden müssen. Für diese Begleitumstände ist er aber doch im Wesentlichen selbst verantwortlich. Wie stehen Sie zu dieser Aussage? 

Schmidt: Keine Antwort.

Was erwarten Sie von dem neuen Geschäftsführer Lars Ernst?

Schmidt: Keine Antwort.

Der grüne Teil der schwarz-grünen Regierungskoalition in Wiesbaden macht 2017 zum Schicksalsjahr für den Flughafen. Wie wird die Bewertung ausgehen?

Schmidt: Keine Antwort.

Uwe Schmidt

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