Flughafen verleiht sein Personal

Kassel Airport zeigt sich auf niedrigem Niveau stabil

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Der einzige regelmäßige Nutzer mit großen Maschinen in Kassel-Calden: die Berliner Fluggesellschaft Germania. Sie fliegt in dieser Saison sechs Auslandsziele an.

Calden. Vor zwei Jahren wurde der Flughafen  eröffnet, der nun in Kassel Airport umbenannt wurde. Nach einem holprigen Start unter der Ex-Chefin Maria Anna Muller präsentiert er sich in stabilem Zustand.

Wenn auch auf niedrigem Niveau.

Das ist sicherlich auch ein Verdienst des neuen Geschäftsführers Ralf Schustereder, der vor einem Jahr nach Calden kam und das Unternehmen zumindest nach außen unaufgeregt führt. Angesichts der niedrigen Fluggastzahlen 2014 und der prognostizierten für das laufende Jahr kann kaum von einem quirligen Flugbetrieb gesprochen werden.

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So stieg die so genannte Durchführungsquote bei den Ferienfliegern – so nennen Experten das Verhältnis zwischen angekündigten und tatsächlichen Flügen – im vergangenen Jahr von 60 bis 70 auf 92,2 Prozent – ein guter Wert. Auch die durchschnittliche Auslastung kann sich sehen lassen: 71,5 Prozent. Von den 47.088 Fluggästen entfielen gut zwei Drittel auf die kommerzielle Luftfahrt, also auf große Maschinen. Ein Drittel ist der allgemeinen Luftfahrt zuzuordnen. Dazu gehören Freizeit-, Sport- und Geschäftsflieger.

„Wir sind noch lange nicht am Ziel“, räumte Schustereder ein. Aber der Flugbetrieb stabilisiere sich – und das in einer für die gesamte Branche schwierigen Phase. „Neue Flughäfen brauchen vier bis fünf Jahre für die Etablierung am Markt“, erklärte er.

Die Zahl der Flugbewegungen nahm um 15,4 Prozent auf 26.419 zu. Darin enthalten sind aber auch Trainings, Test- und Werkstattflüge ohne Passagiere.

Eine wichtige Rolle spielt mittlerweile die Geschäftsfliegerei. Im Jahresvergleich legte sie um fast 40 Prozent auf 1602 Starts und Landungen zu. In diesem Geschäftsfeld sieht Schustereder noch Potenzial und wünscht sich eine stärkere Unterstützung durch die Wirtschaft.

Bis 2024 soll die Zahl der Passagiere auf 237.000 bis 471.000 steigen. Nach Schustereders Einschätzung ist das obere Ende der aktuellen Prognose „ehrgeizig“, aber erreichbar. Er muss zum einen den Flugbetrieb weiterentwickeln, gleichzeitig aber die Kosten senken, um den Betriebsverlust zu reduzieren. 2014 sei es gelungen, die Ausgaben spürbar zu senken, sagte der Flughafenchef. Genaue Zahlen nannte er aber nicht.

Zum einen wurden Arbeitszeiten der 130 Beschäftigten reduziert. Zum anderen wird Personal für Sicherheitskontrollen an den Flughafen Paderborn-Lippstadt verliehen. Auch hier blieb Schustereder konkrete Zahlen schuldig.

Hauptnutzer des umstrittenen Flughafens ist die Berliner Fluggesellschaft Germania, die in diesem Jahr mit Mallorca, Antalya (Türkei), Fuerteventura, Heraklion (Kreta), Hurghada (Ägypten) und Enfidha (Tunesien) regelmäßig sechs Ziele anfliegt. Im vergangenen waren es nur halb so viele.

Der Flughafen gehört dem Land (68 Prozent), Kreis und Stadt Kassel (je 13) und der Gemeinde Calden (6). Sie tragen den jährlichen Verlust entsprechend ihrer Anteile.

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