"Roland-Koch-Verkehrslandeplatz"

Linke: Flughafen Kassel-Calden soll umbenannt werden

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Soll umbenannt werden: Die Linke im Hessischen Landtag will, dass der Flughafen Kassel-Calden "Roland-Koch-Verkehrslandeplatz" heißt.

Wiesbaden. Die Linken im hessischen Landtag wollen Ex-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wegen des stark defizitären Flughafens Kassel-Calden nachträglich ein Denkmal setzen.

Zum Beginn der Plenarsitzung am Mittwoch in Wiesbaden brachte die Oppositionsfraktion einen dringlichen Entschließungsantrag ein, den umstrittenen Regionalairport in "Roland-Koch-Verkehrslandeplatz" umzubenennen.

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Der ehemalige Regierungschef sei maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Land dauerhaft Millionenbeträge für den Flughafen in Nordhessen aufbringen müsse, erklärte Linken-Fraktionschefin Janine Wissler den Vorstoß. Der von Anfang an unsinnige Regionalflughafen sollte zu einem Verkehrslandeplatz zurückgebaut werden.

"Es ist an der Zeit, die Reißleine zu ziehen", sagte Janine Wissler. Es handele sich um einen verantwortungslosen Umgang mit Steuergeldern. Vor einigen Tagen hatten die Flughafenverantwortlichen die Fluggastprognose von bisher für das Jahr 2020 erwartete 640.000 Passagiere auf 497.000 Fluggäste im Jahr 2020 nach unten korrigiert.

Zudem sollte nach Ansicht der Linken eine Skulptur in Form eines eingestürzten Leuchtturms zum Gedenken an die versenkten Steuermillionen auf dem Flughafengelände errichtet werden. Das wäre eine angemessene Mahnung vor unsinnigen und teuren Verkehrsprojekten, sagte Wissler.

Der Antrag wird am heutigen Mittwoch gegen Abend im Landtag aufgerufen. Er werde, so Pressesprecher Thomas Klein, erfahrungsgemäß von der Regierung abgelehnt. (dpa/mho)

Unser Kollege Max Holscher ist heute im Hessischen Landtag und verfolgt das Thema:

Das sagt Timon Gremmels, Stellv. Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Hessen, zum Flughafen Kassel-Calden:

„Das Thema Kassel-Calden ist viel zu ernst, als es mit überflüssigen Namensdebatten - wie sie die Linken angezettelt haben - ins Lächerliche zu ziehen. Statt über Namensvorschläge zu diskutieren sollte alles daran gesetzt werden, den schwarz-grünen Vorstoß zur Herabstufung zu einem Verkehrslandeplatz zu verhindern,  weitere Flugverbindungen nach Calden zu holen, das Gewebegebiet zu vermarkten und endlich eine ordentliche Straßenanbindung zu schaffen, die eines Flughafens würdig ist.“

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