Interview

Flughafen-Chef: "Gehen aktiv auf die Airlines zu"

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Er ist der Chef des Kasseler Flughafens: Ralf Schustereder.

Calden. Seit einem Jahr ist Ralf Schustereder Chef des Flughafens. Seitdem habe sich viel getan, sagt er in einem Interview der dpa. Neue Verbindungen für den Winter stehen schon.

Was läuft jetzt besser als vor einem Jahr?

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Schustereder: Die Berichterstattung hat sich verändert: Vor einem Jahr las man überwiegend negative Schlagzeilen über den Flughafen. Mittlerweile ist die Berichterstattung objektiver geworden - was uns auch in unserer täglichen Vertriebsarbeit sehr hilft.

Eine große Infrastruktur, wie die des neuen Flughafens, weckt Erwartungen in der Öffentlichkeit, die verständlich sind. Wir werden oft mit anderen Flughäfen und deren Flugangebot verglichen - ohne, dass dabei berücksichtigt wird, dass die Vergleichsflughäfen bereits seit zehn oder mehr Jahren am Markt sind. Wir werden immer wieder gefragt, wann wir endlich Gewinn machen. Dabei existieren wir erst seit zwei Jahren am Markt.

Im Bereich Business Aviation verzeichnen wir am Airport einen Aufwärtstrend mit Steigerungen von 40 Prozent. Dieses Segment werden wir weiter aus- und aufbauen.

Wie ist die Entwicklung bei den Flugzielen?

Schustereder: Es gab Anfang letzten Jahres noch viel Unruhe im Markt bei unseren Partnern. Mittlerweile haben wir konstante und zuverlässige Partner gefunden, die ihr Flugprogramm ab/nach Kassel durchziehen. Die Durchführungsquote der (Fluggesellschaft) Germania lag hierbei im vergangenen Jahr bei 92,3 Prozent. Das stärkt das Vertrauen der Kunden in den Flughafen und führt zu besseren Buchungszahlen. Die Sommerflüge der Germania waren 2014 zu durchschnittlich 71,5 Prozent ausgelastet.

Die Angebotsvielfalt ist um weitere Flugziele erweitert worden. Während wir zu Beginn des Flughafens nur regelmäßige Verbindungen nach Antalya, Mallorca und Split angeboten haben, geht es in diesem Jahr bereits regelmäßig nach Antalya, Mallorca, Tunesien, Hurghada, Heraklion und Fuerteventura. Ergänzt wird der Flugplan noch durch Sonderreisen wie z. B. Jersey, Malaga und Palermo. Im Winter kamen außerdem noch die Ski-Reisen nach Innsbruck.

Wie laufen die Gespräche mit den Airlines über weitere Verbindungen?

Schustereder: Für die weiterführende Airline-Akquise haben wir intensiv Analysen durchgeführt und Daten erhoben. Die Passagierprognose wurde neu bewertet. Wir gehen aktiv auf die Airlines zu und sind aktuell mit 15 Fluggesellschaften im Gespräch. Für den Winter 2015/2016 zeichnen sich hier bereits erfreuliche Verbindungen ab. Drei neue Flugziele wurden bereits mit der Germania vereinbart: Von Kassel Airport geht es neu im Winter 2015/2016 nach Teneriffa, Gran Canaria und Hurghada.

Was muss noch verbessert werden?

Schustereder: Das Image des Flughafens muss sich kontinuierlich verbessern und das Vertrauen in unsere Arbeit und Produkte muss weiter wachsen. Nicht nur bei den Kunden, sondern auch seitens der Entscheider in Wirtschaft und Politik. Außerdem benötigen wir eine größere Produktvielfalt. Hierfür sind wir mit renommierten Reiseveranstaltern im Gespräch und arbeiten kontinuierlich an einem attraktiven Portfolio.

Wie wollen Sie das erreichen?

Schustereder: Kassel Airport wird alle Kraft in die regionale Verkaufsförderung und in den regionalen Vertrieb der Produkte seiner Partner (Airlines und Reiseanbieter) stecken. Wir richten uns voll und ganz auf den Vertrieb der Produkte unserer Businesspartner aus und entwickeln aktuell effektive Maßnahmen und Netzwerke zur direkten Verkaufsunterstützung der Angebote ab Kassel Airport. Wir arbeiten kontinuierlich weiter an der Gewinnung neuer Airlines und Reiseveranstalter ab Kassel Airport, um das Kerngeschäft und die Produktvielfalt weiter auszubauen.

Von Timo Lindemann (dpa)

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