Sachverständigenrat für Umweltfragen

Experte: Bundesweite Planung hätte Flughafen Calden verhindern können

Berlin/Calden. Die Bedarfsplanung für Flughäfen sollte nach Ansicht des Sachverständigenrats für Umweltfragen in der Hand des Bundes liegen. „Dann wäre Kassel-Calden wie manch anderer kleiner Flughafen nicht gebaut worden“, sagte Prof. Manfred Niekisch, einer der sieben Experten des Rats, am Mittwoch.

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In Berlin legte das Gremium, das die Bundesregierung in Umweltfragen berät, ein Gutachten zum Luftverkehr vor. Beim Flughafenausbau herrsche Wildwuchs, kritisiert das Gremium. Es fehle an einer gesamtstaatlichen Bedarfsplanung, die über die Interessen von Flughafenbetreibern und Bundesländern hinaus die gesamtstaatlichen Aspekte im Blick behalte.

Der Lärmschutz komme bei der Planung von Flughäfen und Flugrouten in Deutschland grundlegend zu kurz. Im geltenden Recht sei Fluglärmschutz nur unzureichend gewährleistet.

„Erhebliche Defizite“ gebe es bei der Bürgerbeteiligung und der verbindlichen Prüfung von Umweltfolgen in den Verfahren. Die Experten empfehlen ein generelles Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr. Sonderregelungen für die Stunden davor und danach müssten „eine besonders rechtfertigungsbedürftige Ausnahme bleiben“. (dpa)

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