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Seit einem Jahr in Betrieb: Ihre Wünsche für den Flughafen Kassel-Calden

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Wir haben zudem prominente Kritiker und Befürworter des Flughafens nach ihrer Meinung zum ersten Jahr Kassel-Calden gefragt:

Bertram Hilgen

Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel: Die bisherige Bilanz von Kassel-Calden blieb im Hinblick auf den Flugbetrieb im touristischen Bereich hinter den Erwartungen zurück. Im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung in der Region ist der Flughafen aber bereits ein wichtiger Faktor. In diesem Jahr muss er in einem schwierigen ökonomischen Umfeld den Geschäftsbetrieb ausbauen und weitere verlässliche Flugangebote akquirieren. Im Jahr 2017 wird der Airport auf einem guten Weg sein. Er wird ein etablierter Start- und Zielort für Touristen und ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur in der Region Nordhessen und Südniedersachsen sein. (geh)

Steffi Weinert

Steffi Weinert, Ex-Sprecherin der BIs gegen den Flughafen: Die Entwicklung verlief erwartungsgemäß schlecht, aber dass es so schlimm werden würde, hatten wir nicht erwartet. Es zeigt sich, dass es einfach keinen Bedarf für den Flughafen gibt. Wenn die wirtschaftliche Situation sich in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht verbessert, dann müssen die Befürworter sich den Fehler eingestehen und den Flughafen zurückstufen. Dass die schwarz-grüne Landesregierung das Defizit Jahr für Jahr um zehn Prozent reduzieren will, ist ein realistischer Kompromiss. Das Problem ist, dass bislang die Subventionierung nach oben nicht gedeckelt ist. Vielleicht sollte der Geschäftsführung gesagt werden: „Die Anteilseigner stellen Euch einen gewissen Betrag zur Verfügung und damit müsst Ihr auskommen – mehr gibt’s nicht.“ (geh)

Dieter Posch

Dieter Posch, ehemaliger Verkehrs- und Wirtschaftsminister: Die Erwartungen mit 600 000 Passagieren waren zu hoch geschraubt. Das Geschäft entwickelt sich nicht von heute auf morgen, es braucht Zeit. Ich erwarte, dass die Wirtschaft sich so engagiert, wie sie es immer angekündigt hat. Ich bin sicher, dass der Logistikteil künftig eine größere Rolle wird spielen müssen. Die damalige Entscheidung zum Bau des Flughafens war aus strukturpolitischer Sicht richtig, sie braucht nur eine langfristige Perspektive. Da ist auch politische Unterstützung nötig, die ich derzeit allerdings nicht sehe. Wenn die neue Landesregierung sagt, „Wir geben Euch noch eine Chance“, ist das einfach zu wenig. (geh)

Evelyn Roth

Evelyn Roth, Ortsvorsteherin von Burguffeln (Grebenstein): Ich und mit mir viele Burguffelner waren immer gegen den Flughafen. Nach einem Jahr sehen wir jetzt, dass unsere Einwände berechtigt waren. Der Flughafen war ein totgeborenes Kind, daran wird sich auch in Zukunft nicht mehr viel ändern. Die wenigen großen Flugzeuge waren bislang nicht das Problem, die waren schnell wieder weg. Was nervt, sind die Sportflugzeuge. Die fliegen kreuz und quer über unseren Ort und verursachen viel Lärm, weil sie meistens nicht in der vorgeschriebenen Höhe fliegen. Sollten künftig mehr große Maschinen fliegen, dann wird die Lärmbelästigung am Ortsrand auch zunehmen. Für uns ist der Flughafen überflüssig wie ein Kropf. (geh)

Udo Schlitzberger

Udo Schlitzberger, ehemaliger Landrat und gilt als einer der Väter des Flughafens: Ich hätte nicht gedacht, dass der Start so vermasselt werden konnte. Ich denke, man hätte bescheidener rangehen sollen. Flüge anzubieten, die dann woanders abgewickelt werden, war einfach schlecht fürs Image. Doch ein Regionalflughafen, der schwarze Zahlen schreibt, den gibt es nicht. Daher wird der Betrieb des Flughafens für die Anteilseigner nie etwas abwerfen. Dennoch war die Entscheidung für den Flughafen strukturpolitisch richtig. Der Flughafen in der geographischen Mitte Deutschlands ist ein Mosaikstein im Logistikkonzept der Region. Jetzt kommt es darauf an, den Flughafen vernünftig anzubinden. Realistisch ist das nur über die Autobahnabfahrt Breuna. (geh)

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