Jobbörse: 220 Arbeitslose aus Stadt und Kreis hoffen auf Arbeitsplatz am Flughafen

Neue Arbeitsplätze am Flughafen Calden: Hunderte kamen zur Jobbörse

Bewerben sich für einen Arbeitsplatz am Flughafen Calden: Yves Knackstedt aus Kassel will sich zum Ramp-Agenten und Zöhre Günay zur Luftsicherheitskontrollkraft qualifizieren lassen. Foto:  Fischer

Kassel/Calden. Wer arbeitet demnächst am neuen Flughafen Kassel-Calden? Insgesamt 74 Jobs haben die Verantwortlichen insgesamt zu vergeben - 220 Arbeitslose stellten sich am Dienstag bei einer Jobbörse im Kasseler Rathaus vor.

"Es ist ein Kindheitstraum von mir, auf einem Flughafen zu arbeiten“, sagt Zöhre Günay. Sie sei deshalb auch eine der ersten Kundinnen im Kasseler Jobcenter gewesen, die nach einem Arbeitsplatz im neuen Flughafen Kassel Calden gefragt habe, erzählt die 38-Jährige. Und so war es keine Frage, dass sie am Dienstag zu den 220 Arbeitslosen gehörte, die sich bei einer Mammut-Veranstaltung im Kasseler Rathaus für einen von 40 noch zu vergebenden Arbeitsplätzen am Flughafen bewerben. Am Freitag soll feststehen, welche Bewerber für einen dieser Arbeitsplätze von der Flughafen GmbH qualifiziert werden.

Eine Qualifizierung mit Abschlussprüfung ist erforderlich, sagte Lars Ernst, Leiter der Bodenverkehrsdienste und Flughafensicherheit. Luftsicherheitskontrollkräfte, sogenannte Check-In-Agenten und Operation-Ramp-Agenten werden noch für Calden gesucht. Der Flughafen wolle Arbeitslose aus der Region dafür gewinnen. Deshalb sei man die Kooperation mit den Jobcentern von Stadt und Landkreis, der Agentur für Arbeit und Bildungsträgern eingegangen. Bei der dreitägigen Veranstaltung werden die Bewerber, die Arbeitslosengeld I beziehungsweise II beziehen, nicht nur über ihre Aufgaben informiert, sondern führen die ersten Bewerbungsgespräche und absolvieren einen Englischtest.

Ziel sei es, dass bereits am Freitag die 74 Frauen und Männer ausgewählt worden sind, die von der Flughafen GmbH qualifiziert werden, sagt Burkhard Walter (Jobcenter der Stadt). Das Gros der Bewerber ist zwischen 30 und 55 Jahre alt. „Wir wollen, dass die übrigen sich schnell weiter bewerben können. Schließlich haben wir in Kassel einen lebhaften Arbeitsmarkt, für den dringend motivierte Menschen gesucht werden.“ Es sei erstaunlich, wieviele Arbeitslose Interesse an einem Job am Flughafen hätten. Es stimme nicht, dass Hartz-IV-Empfänger nicht arbeiten wollten, sagt Walter.

Flexibilität (365 Arbeitstage rund um die Uhr einsetzbar), Mobilität (es gibt noch nicht ausreichend öffentliche Verkehrsmittel nach Calden) und körperliche Belastbarkeit (Gehen, Stehen, Heben) seien Grundvoraussetzungen für einen Arbeitsplatz im Flughafen, sagte die Personalbeauftragte Susanne Möller-Schwardmann. Die Flughafen biete zunächst auf zwölf Monate befristete Arbeitsverträge in Voll- und Teilzeit, 28 Tage Urlaub und eine Betriebsrente.

Das Lohnniveau liege bei den drei Berufsfeldern zwischen zehn und zwölf Euro brutto, sagt Walter. Zöhre Günay, die auf einen Job als Luftsicherheitskontrollkraft hofft, rechnet mit einem Bruttoverdienst von 1800 bis 2000 Euro.

Bewerber Yves Knackstedt (29) aus Kassel war jahrelang Versicherungsmakler und bezieht derzeit Arbeitslosengeld II. Im Flughafen sehe er eine Chance und gute Perspektiven für die Zukunft, sagt Knack-stedt, der Ramp-Agent werden will.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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