Calden: Ver.di äußert Kritik

Flughafen-Beschäftigte haben keinen Tarifvertrag

Calden. Die meisten der 143 Beschäftigten des Flughafens Kassel-Calden haben nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di keinen Tarifvertrag und verdienen weniger, als ihnen zusteht.

Ver.di-Sekretär Axel Gerland erklärte im Gespräch mit der HNA, dass es lediglich „eine Betriebsvereinbarung zwischen Betriebsrat und der Geschäftsleitung gibt, die im Streitfall nicht eingeklagt werden kann“. Rechtlich verbindliche Vereinbarungen müssten laut Betriebsverfassungsgesetz mit der Gewerkschaft geschlossen werden.

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Gerland beklagt, dass die Gesellschafter – das Land, Stadt und Landkreis Kassel sowie die Gemeinde Calden – mit gutem Beispiel vorangehen und die Geschäftsleitung zum Abschluss eines Tarifvertrags drängen müssten. Bislang lehne das Management diese Forderung ab. Mitgeschäftsführer Jörg Ries verweigere das Gespräch mit Ver.di rigoros. Ries war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, und der Betriebsrat reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage.

Flughafenchefin Maria Anna Muller erklärte, dass es für die Fluglotsen einen Haustarif und für die Feuerwehr eine Betriebsabsprache gebe. Die Bezahlung der übrigen Beschäftigten sei branchenüblich und orientiere sich am Gehaltsniveau anderer Regionalflughäfen.

Fotos: Impressionen vom Flughafen

Impressionen vom Flughafen Kassel-Calden

Das Land Hessen hält 68 Prozent an der Flughafen GmbH, Stadt und Kreis Kassel haben je 13 Prozent, die Gemeinde Calden hält sechs Prozent. Aufsichtsratschef ist der hessische Finanzminister Thomas Schäfer. Dessen Sprecher erklärte, dass die Entlohnung zum operativen Geschäft gehöre und damit Sache der Geschäftsleitung sei. Ähnlich äußerten sich Stadt und Kreis, die ebenfalls im Aufsichtsrat vertreten sind. Unterdessen hat Ver.di angeboten, einen Haustarifvertrag unter besonderer Berücksichtigung der schlechten wirtschaftlichen Lage des Airports abzuschließen.

Einen Kommentar und weitere Hintergründe lesen Sie in der HNA-Samstagsausgabe.

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