Kassel-Calden: Kommission skizziert Vorschläge für Flugrouten

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Großbaustelle: Während in Calden fleißig am Flughafen gebaut wird, macht sich die Fluglärmkommission Gedanken darüber, auf welchen Routen die Flieger zum Flughafen kommen.

Calden. Die genauen Flugrouten für den Flughafen Kassel-Calden stehen zwar noch nicht fest, bei der Sitzung der Fluglärmkommission wurden am Dienstag aber die Grundzüge skizziert, so der Vorsitzende der Kommission, Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor.

Dabei herrschte zwischen den einzelnen Gemeinden weitgehend Einigkeit, wenngleich es bei verschiedenen Varianten natürlich auch Bedenken der betroffenen Kommunen gegeben habe.

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Grundsätzlich geht die Kommission den Weg, Routen zu wählen, die in möglichst weiten Bögen auf Calden zulaufen - oder beim Start von Kassel-Calden wegführen. Außerdem sollen sie so gelegt werden, dass möglichst wenig besiedeltes Gebiet überflogen wird. Wie genau die Routen aussehen werden, lasse sich derzeit aber noch nicht sagen. Bis Ende nächster Woche, so schätzt Sutor, werde die Deutsche Flugsicherung Skizzen vorlegen.

Bei den Abflügen herrsche in der Kommission - ihr gehören betroffene Gemeinden sowie Verbände an - weitgehend Einigkeit. Wenn die Flieger möglichst lange eine gerade Strecke haben, gewinnen sie schneller an Höhe - und mindern den Lärm, der am Boden noch zu hören ist.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Bei Starts in Richtung Hann. Münden soll das Flugzeug bereits vor der Stadt abschwenken, um die Belastung niedrig zu halten. Allerdings: Auch Münden muss seinen Preis zahlen: Bei Anflügen bei Westwind (er herrscht zu 70 Prozent) wird die Stadt betroffen sein. Hier zählt das Prinzip der weiten Bögen. Würde man den kurzen Weg nehmen, so Sutor, würden die Flugzeuge in relativ geringer Höhe bei Hofgeismar und Grebenstein in Sichtweite des Flughafens am Landeplatz vorbeifliegen, drehen und dann landen: Die Grebensteiner bekämen den Lärm zweimal ab.

Bei diesem Punkt werde die Stadt Münden voraussichtlich ein anderes Votum abgeben als die Mehrheit, mutmaßt Sutor. Bevor man sich endgültig festlege, wolle man aber noch konkrete Zahlen, unterstreicht der Bürgermeister. Noch sei nicht bekannt, bei welcher Flugroute in welcher Ortschaft welcher Lärm am Boden gemessen wird. Hier habe die Kommission konkrete Zahlen angefordert. Erst wenn die Kommission diese Zahlen habe, könne sie sich festlegen. (mrß)

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