Bessere Erreichbarkeit für nördlichen Landkreis

Nordspange: Kreis will Anbindung des Flughafens an A44

Kreis Kassel. Der Kassel Airport in Calden soll an die A44 angebunden werden. Zum Beispiel mit einer Nordspange. Das wurde im Kreistag gefordert.

Bereits im Dezember hatte die Kreis-CDU die sogenannte Nordspange wieder zum Thema gemacht, am Donnerstag wurde darüber im Kreistag in Reinhardshagen diskutiert. Gleich zwei konkurrierende Anträge zu einer besseren Anbindung des Nordkreises und des Flughafens gab es.

CDU-Antrag

Das Land solle mit der Planung einer Fuldaquerung nördlich von Kassel beginnen, forderte die CDU. Ziel sei die bessere Anbindung des Nordkreises, des Airports und die Entlastung von Hann. Münden. In die Trassenführung einer solchen „ortsfernen, leistungsstarken Fernstraße“ sollte die Ortsumgehung Calden mit einbezogen werden. Der Kreisausschuss solle zudem einen Runden Tisch mit allen hessischen und niedersächsischen Akteuren einrichten. „Wir haben keine gemeinsame Position gefunden“, sagte Patrick Weilbach (CDU) an die SPD gerichtet. Die Fuldaquerung sei die einzige Möglichkeit, die Defizite im Nordkreis zu überwinden.

SPD-Antrag

Der Kreis soll beim Land eine „sinnvolle Anbindung des Flughafens an die A 44“ einfordern, um auch eine bessere Verkehrsanbindung des Nordens zu bieten. Dafür seien die Ortsumgehungen Breuna und Breuna-Oberlistingen unverzichtbar. Außerdem solle sich der Kreistag für eine „ortsferne und landschaftsschonende“ Nordspange einsetzen, beim Land solle es einen Runden Tisch geben. Die beiden Varianten, die bereits vor Jahren geprüft wurden, seien „nicht zu empfehlen“, sagte Ulrike Gottschalck (SPD). Die Querung müsse großräumig und ortsfern sei, sagte sie. „Eine Autobahn muss das aber nicht unbedingt sein.“

Steffi Weinert (Grüne) warf den Antragstellern vor, so lange prüfen zu wollen, bis das Ergebnis passe. Beide Varianten hätten erhebliche Nachteile. „Es wäre schön, wenn wir das Thema mal begraben könnten“, sagte Weinert. Dass das Thema für die wichtigsten Akteure abgehakt sei, sagte Dr. Christian Knoche (Linke). Aus ökologischen Gründen sei eine solche Straße nicht vertretbar, eine spürbare Entlastung werde es durch sie beispielsweise in Kassel nicht geben. Eine Chance auf eine positive Entwicklung für den Norden gebe es nur, wenn es eine gute Anbindung gebe, sagte Björn Sänger (FDP).

Es folgte ein Schlagabtausch vor allem zwischen CDU und SPD. Man habe einen guten Kompromiss vorgelegt, sagte Timon Gremmels (SPD) Die Sozialdemokraten seien nicht in der Lage, das Thema trotz SPD-Landrat und SPD-Oberbürgermeister anzugehen, sagte Weilbach. Die Nordspange sei Zukunftsmusik, „man sollte sie aber nicht aus den Augen verlieren“, sagte Albert Kauffeld (FW).

Der Antrag der CDU wurde abgelehnt, für ihn votierten CDU und AfD. Der SPD-Antrag wurde angenommen, für ihn stimmten SPD, FDP und FW.

Rubriklistenbild: © Malmus

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