Bald Calden-Istanbul?: Reisefachmann sieht klare Vorteile

Möchten Tickets für Türkei-Flüge ab Calden verkaufen: Reisebüro-Chef Adem Güney (links) mit seinem Bruder Cetin.

Kassel. Die Zeiten, in denen türkische Gastarbeiter den Hausrat auf dem Autodach festzurrten und in die Heimat rumpelten, sind lange vorbei. Heute sind viele deutsche Staatsbürger, man fliegt in die Türkei - und verbringt zwei Wochen in einem Urlaubsresort, ehe man das Heimatdorf besucht. Adem Güney weiß, was seine Landsleute wünschen und buchen.

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Mit 18 Jahren machte sich der heute 42-Jährige selbstständig, hatte erst ein Reisebüro an der Holländischen Straße, seit elf Jahren verkauft er Flugtickets und Reisen aller Art in seinem Geschäft an der Brüderstraße nahe dem Altmarkt. Güney: „Zuerst habe ich fast nur reine Heimflüge verkauft. Heute kommt der Tourismus dazu.“

Der Reiseunternehmer hat, wie er sagt, „immer an Calden geglaubt“. Güney: „Ich wusste, der Flughafen wird kommen.“ Und daher habe er schon vor langer Zeit damit begonnen, mit Reiseveranstaltern über seine Idee zu sprechen, Flüge ab Calden in die Türkei zu verkaufen.

Hier geht es zum Panorama-Bild von der Flughafen-Baustelle 

Der Reisebüro-Besitzer weiß natürlich, dass seine Kunden möglichst günstig in die Türkei kommen wollen. Und dabei ist die Anreise zu den Abflughäfen ein nicht zu verachtender Kostenfaktor. Es kostet Geld und Zeit, dorthin zu gelangen. Wenn das Angebot ab Calden stimme, ist sich Adem Güney sicher, würden keine anderen Flughäfen mehr angesteuert.

Calden berge großes Potenzial, sagt der Reisefachmann: Türken, die nach Hause wollen, um Verwandte und Freunde zu besuchen. Ganze Hochzeitsgesellschaften, die sich auf den Weg nach Istanbul machen. Und Touristen, die nach Antalya wollen.

Andere Reisebüros interessiert

Adem Güney ist mit seiner Idee nicht allein. Sowohl Flughafen GmbH als auch Industrie- und Handelskammer (Artikel links) unterstützen das Vorhaben. Und andere Unternehmer – allein in Kassel gibt es sieben türkische Reisebüros – würden auch mitmachen. Nun will Adem Güney weitere Gespräche führen. Neben Öger Tours auch mit der deutsch-türkischen Fluglinie Sun Express.

So soll der Flughafen Kassel-Calden mal aussehen

So soll der Flughafen Kassel-Calden mal aussehen
Der Tower ist mit seinen 35 Metern das höchste Gebäude des künftigen Flughafens und für die Flugsicherung unentbehrlich. Seine rundum verglaste Kuppel ist der Arbeitsplatz der Fluglotsen. Neben dem Turm verfügt der Tower über ein Nebengebäude. © Flughafen GmbH
So soll der Flughafen Kassel-Calden mal aussehen
Feuerwache: Hier werden die Flughafenfeuerwehr sowie die Flughafeneinsatzzentrale untergebracht. Die Wache beherbergt auf drei Etagen und 1.400 Quadratmetern eine Fahrzeughalle mit fünf Stellplätzen, eine Waschhalle, Betriebswerkstätten und eine eigene Kfz-Werkstatt. © Flughafen GmbH
So soll der Flughafen Kassel-Calden mal aussehen
Das Multifunktionsgebäude bildet die zentrale Zufahrt des Flughafens mit angeschlossener Sicherheitskontrolle. Auf zwei Etagen und einer Nutzfläche von 1.100 Quadratmetern entstehen Büros, Unterstellräume und ein Trafogebäude. Hier wird auch eine Ausweisstelle eingerichtet werden. © Flughafen GmbH
So soll der Flughafen Kassel-Calden mal aussehen
Das Gebäude Allgemeine Luftfahrt: Von hier treten Geschäfts- und Freizeitflieger ihre Reise an. Für Meetings, Vorträge oder Tagungen steht ein Konferenzraum zur Verfügung. Auch Sportflieger starten und landen am Gebäude für Allgemeine Luftfahrt. © Flughafen GmbH
So soll der Flughafen Kassel-Calden mal aussehen
Das dreigeschossige Terminal ist für die Passagiere das wichtigste Gebäude des Flughafens. Auf seinen 8.250 Quadratmetern werden neben zehn Check-In-Schaltern und vier An- und Abfluggates auch der Wartebereich, die Sichereitskontrolle sowie die Gepäckrückgabe untergebracht. Abholer und wartende Passagiere können sich im Bistro stärken. © Flughafen GmbH

Auch die chinesische Hainan-Airline soll noch Interesse an Calden haben. Die Zeit drängt: Der Flughafen wird im Frühjahr 2013 eröffnet, und Kassel-Calden soll ab Sommer 2012 in den Katalogen der Reiseveranstalter angeboten werden.

Von Frank Thonicke

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