Tailwind-Maschine

Landebahn war gesperrt - Flugzeug musste nach Frankfurt ausweichen

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Tiefflug zwischen Weser und Leine: Diese am Samstag über der Region kreisende Boeing fotografierte HNA-Leser Wolfgang Boeder aus Uslar-Delliehausen.

Calden. Der Flughafen Kassel-Calden hat sich zum Tailwind-Vorfall am Samstag-Abend erklärt. Ein Flieger, der ursprünglich in Calden landen sollte, musste nach Frankfurt ausweichen, weil zum Zeitpunkt der Landung ein Privatflugzeug mit geplatztem Reifen auf der Landebahn stand.

Aktualisiert um 12.50 Uhr.

Der geplatzte Reifen einer Privatmaschine war die Ursache dafür, dass die Antalya-Maschine der Fluggesellschaft Tailwind nicht wie geplant am Samstaggabend in Calden landete, sondern nach Frankfurt weiterflog. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Boeing 737 auf den neuen Flughafen herunter gehen wollte, stand auf der Rollbahn das Privatflugzeug mit dem Reifenschaden.

Das Flugzeug musste geborgen werden - wie lange das dauern würde, konnte offenbar zu dem Zeitpunkt niemand abschätzen. Tatsache ist, dass der Flughafen am Samstag zwischen 19.05 Uhr und 20.04 Uhr gesperrt war.

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Da der Tailwind-Pilot nicht ewig über Nordhessen und Südniedersachsen in der Warteschleife kreisen wollte und auch die Treibstoffvorräte immer weniger wurden, entschloss er sich zum Weiterflug nach Frankfurt. Dort wurde die Boeing 737 aufgetankt und flog wieder nach Kassel. Um 23.06 Uhr landte sie in Calden. Anschließend flog sie - wenige Minuten vor Mittenacht - nach Antalya weiter.

Rund 70 Passagiere sollen in Calden eingestiegen sein. Vor allem in Südniedersachsen hatten etliche Einwohner die Warteschleifen der Boeing 737 beobachtet. Sie hatten die Polizei informiert und beim Flughafen nachgefragt. Doch dort konnte auch gegenüber der HNA niemand Auskunft geben, was zu unzähligen Spekulationen - vor allem in Internet - sorgte. Warum der Flughafen rund 40 Stunden brauchte, um den Vorfall offiziell bekannt zu machen und zu erklären, blieb am Montag unklar.

Hintergrund:

Auf dem neuen Flughafen Kassel-Calden gibt es von 22 Uhr bis 6 Uhr ein Nachtflugverbot - allerdings mit Ausnahmen. Erlaubt sind generell vier Flugbewegungen.

Außerdem sind laut Baugenehmigung pro Monat zwischen 22 und 24 Uhr zehn verspätete Starts und Landungen zulässig, wenn die planmäßige Ankunft- und Abflugzeit vor 22 Uhr liegt und die Ankunft oder der Abflug vor 24 Uhr erfolgt. Dies alles traf am Samstag auf die Tailwind-Maschine zu. (tho)

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