Video: Historisches Flugzeug Junkers JU 52 hob in Calden ab

Calden. Die historische Junkers JU 52 der Lufthansa-Stiftung Berlin ist am Dienstag vom Flughafen Kassel-Calden aus zu einem Rundflug gestartet.

Einmal fliegen wie in den 30er Jahren – diesen Traum erfüllten sich am Dienstag 32 Passagiere, die vom Kassel Airport aus mit der JU52 zu Rundflügen abhoben. Das historische Lufthansa-Flugzeug Junkers JU52 – auch Tante JU genannt – startet von Kassel auf insgesamt vier Rundflüge. Am Dienstag hob sie bereits zweimal ab, am Donnerstag startet sie vorerst zum letzten Mal in Kassel – auf einen Streckenflug nach Eisenach. Alle Flüge sind inzwischen ausgebucht.

Während die Gäste geduldig in der Wartehalle im Allgemeinen Luftfahrt Terminal (GAT) ausharrten, bis die knapp 80 Jahre alte Maschine der Lufthansa Berlin-Stiftung vor die Türen rollte, prüfte Pilot Horst Neubert aus Mainz noch einmal die richtige Sitzposition im Flieger. Normalerweise fliegt der 58-Jährige den Jumbo der Lufthansa, die Boeing 747. „Das ist ein riesen Unterschied. Man fliegt ganz langsam und tief. Bei der JU hat man noch ein richtiges fliegerisches Feeling.“ Anstatt rein nach den Instrumenten steuere man hier nach der Sicht. „Es ist eine Ehre, dieses Flugzeug fliegen zu dürfen“, erzählt Neubert, der die Maschine ehrenamtlich steuert.

45 Minuten später als ursprünglich geplant, stiegen die Passagiere an Bord der JU. Über eine wackelige Treppe ging es durch die enge Flugzeugtür. Von den gemütlichen Sitzen aus schauten die Gäste direkt ins Cockpit. Die drei Propeller setzten sich in Gang, die Motoren brummten und die Maschine hob – man hatte den Eindruck im Zeitlupentempo – ab. „Diese Geräuschkulisse war der Wahnsinn“, berichtet Bernd Tessmer (57) aus Ahnatal nach dem Flug. „Aber das ist wirklich nur was für Hartgesottene. Man spürt jede Bewegung, die das Flugzeug macht. Eine Achterbahnfahrt ist nichts dagegen.“

Artikel wurde aktualisiert um 17.40 Uhr.

Aus dem Flieger genossen die Passagiere bei strahlendem Sonnenschein eine herrliche Aussicht. Erst ging es in Richtung Edersee, dann über den Herkules zurück nach Calden. „Das war einfach total klasse, mal so niedrig zu fliegen“, schwärmt Kristiane Köhler (55) aus Bad Hersfeld. Sie war mit ihrem Mann Georg (56) an Bord der Ju. „Ich habe ihr zwei Tickets zum Geburtstag geschenkt und gehofft, dass sie mich mitnimmt“, sagt Georg Köhler und lacht. „Das war richtiges Fliegen. Man hat sich gefühlt wie in eine andere Zeit zurückversetzt.“ Dass die Maschine schon fast 80 Jahre alt ist, löste bei den Passagieren kein Angstgefühl aus. „Ich hab mich richtig wohl gefühlt“, erzählt Wolfgang Meyer (60) aus Willebadessen. Trotz des hohen Alters sei die Maschine in einem „Top-Zustand“, versichert Pilot Neubert. Der Wartungsaufwand bei der JU sei extrem hoch. Deshalb deckten die Ticketpreise – ein 60-minütiger Flug kostet 389 Euro – nicht mal die Selbstkosten.

Historisches Flugzeug Junkers Ju 52 in Calden

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