Flughafen-Aufsichtsratschef: Muller bleibt

Minister sieht beim Flughafen keinen Anlass zum Handeln

Kassel. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft Kassel-Calden, Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), hält trotz der jüngsten Hiobsbotschaften über Flugausfälle im Winter daran fest, dass der Ausbau richtig war.

„Die Entscheidung für einen Regionalflughafen in Kassel-Calden ist eine Entscheidung für den zielgerichteten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen“, erklärte Schäfer auf Anfrage unserer Zeitung. Der Flughafen sei seit einem halben Jahr „mit großem Engagement am Start und braucht in dieser Anfangsphase Zeit, um mittelfristig erfolgreiche Perspektiven entwickeln zu können“.

Thomas Schäfer

Schäfer verwahrte sich deshalb gegen weitere Diskussionen, „sie sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt schädlich und gehen an der Sache vorbei“. Dies betreffe insbesondere „völlig absurde Vorstellungen eines möglichen Rückbaus“. Die Kritik an Flughafenchefin Maria Anna Muller scheint der Minister nicht zu teilen: Es gebe keinen Anlass, über personelle Veränderungen nachzudenken, so Schäfer.

Laut Finanzministerium haben sich auch die Prognosen zu dem Betriebsdefizit 2013 seit September nicht verändert. Damals hatte Schäfer von sechs bis sieben Millionen Euro gesprochen. Die jetzt gescheiterten Verhandlungen über Flüge zu den Kanaren ab Februar 2014 hätten mit dem Etat für 2013 nichts zu tun.

Schäfer hatte Mitte September darüber hinaus erklärt, dass die Arbeitsplätze der Mitarbeiter nicht gefährdet seien. Man werde die momentane Durststrecke gemeinsam durchstehen.

Kreisgrüne wollen Bericht

Die Grünen im Kreis schlagen ganz andere Töne an: Angesichts der aktuellen Entwicklung will die Kreistagsfraktion die Geschäftsführer der Flughafen GmbH in die Ausschüsse des Landkreises zur Berichterstattung einladen. Die politisch Verantwortlichen könnten es sich nicht mehr leisten, vor den Entwicklungen des Flughafenneubaus Augen und Ohren zu verschließen, während der Flughafen bundesweit in den Negativ-Schlagzeilen sei, teilt Fraktionsvorsitzende Steffi Weinert mit.

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Man erwarte bei diesem Informationsaustausch transparente Zahlen aus erster Hand vor allem über die Art der Flugbewegungen und die Passagierzahlen. Angesichts der desaströsen Entwicklungen der Ferienflugbewegungen versuche die Flughafenchefin, den Flughafenneubau mit den Privat- und Geschäftsflügen zu rechtfertigen, indem sie reine Flugbewegungszahlen angebe, kritisiert die Grüne. Diese hätten aber schon in den letzten Jahren bei weit über 35.000 Flugbewegungen und 20.000 Passagieren gelegen. „Diese Verkehre hatten schon vorher Entwicklungspotenzial und waren auch ohne einen Neubau für 271 Mio. Euro möglich“, sagt Weinert. (wet/els)

Bilder aus der Geschichte des Flughafens

Bilder aus der Geschichte des Flughafens Kassel-Calden

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