Bürgerversammlung zum Flughafenausbau: Gespräche mit Anbietern – Arbeiten werden zeitlich entzerrt

Flughafenausbau: Für Namen ist es noch zu früh

Alle warten auf das Signal aus Brüssel: Die Europäische Kommission muss über die Millionen entscheiden, um die der Ausbau des Flughafens teurer wird. Erst dann werden die Verhandlungen mit Fluggesellschaften und Reiseanbietern konkreter. Archivfoto: nh

Calden. Die Frage, auf welchen Wegen die Baufahrzeuge künftig die Baustelle Flughafen erreichen sollen, war die mit dem größten Konfliktpotenzial während der Bürgerversammlung. Die Einwohner Caldens machten klar, dass sie die Transporte durch ihren Ort und über die Straßen der Umgebung Leid seien.

Die Vertreter der Flughafen GmbH Kassel-Calden versprachen Rücksicht. Sie sorgten für eine zeitliche Entzerrung der Arbeiten.

Zwei Drittel der derzeitigen Transporte würden über die alte Bundesstraße  7 bewerkstelligt, sagte Dr. Bernd Riss, Chef-Projektsteuerer des Flughafenausbaus. Momentan laufen geotechnische Arbeiten, die den eigentlichen Bau der Landebahnen im Jahr 2012 vorbereiten. Noch bis Ende Januar rollen täglich bis zu 500 Lastwagen auf das Gelände des neuen Flughafens. Sie alle sind beladen mit Schotter. Allerdings lasse sich nicht vermeiden, dass ein Drittel dieser Fahrten über die Kreisstraße 47 (zwischen Calden und Burguffeln) abgewickelt werden müssten. Im Anschluss daran, so Riss, starteten im Februar umfangreiche Erdarbeiten. Diese dauerten bis zum Jahresende und seien verbunden mit täglich 250 Lkw-Transporten.

Dreck auf Straßen

Einige der 80 Besucher der Bürgerversammlung kritisierten die verschmutzen Fahrbahnen. Die alte B 7 sei teilweise kaputt gefahren, gleiches gelte für die K 47, die später einmal in Besitz der Gemeinde Calden übergehen soll. Wie Rolf Crone von der Flughafen GmbH sagte, werde der Landkreis Kassel seine Straße in einem betriebssicheren Zustand übergeben und damit saniert.

Mitte kommenden Jahres wird mit den Hochbauten auf dem Flughafen begonnen. Diese Arbeiten werden sich anderthalb Jahre hinziehen. Sie seien jedoch im Vergleich zu den im Vorfeld bzw. parallel stattfindenden Bodenarbeiten hinsichtlich ihres Aufwandes unspektakulär. 20 000 Tonnen Material muss für die Errichtung der Gebäude bewegt werden, für den Erdbau und die Aspahltierung der Landebahnen sind es zusammen eine Millionen Tonnen.

Bedeckt hielt sich Geschäftsführer Jörg Ries in der Frage, ob es denn schon Luftverkehrsgesellschaften gebe, die von Calden aus Flüge anbieten wollen. Noch sei es zu früh, Namen zu nennen. Die Verhandlungen liefen mit verschiedenen Gesellschaften und Reiseanbietern. Alle warteten nun auf die noch für vor Weihnachten erwartete Entscheidung aus Brüssel über die 74 Millionen Euro, um die sich der Ausbau verteuert hat. Im nächsten Jahr könnten die Anbieter veröffentlichen werden, so Ries

Von Antje Thon

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