HNA-Interview

Private Initiative kämpft für guten Ruf des Flughafens

Calden. Der Flughafen Kassel-Calden bekommt Unterstützung: Eine Gruppe von Menschen aus der Region hat sich im sozialen Netzwerk Facebook zusammengeschlossen, um für den Ruf des Airports zu kämpfen. Wir sprachen mit Heidi Till, Initiatorin der Gruppe „Flughafen Kassel-Calden - ich flieg hier ab“.

Frau Till, wie oft sind Sie schon ab Kassel geflogen?

Was passiert in Ihrer Facebookgruppe?

Till: Wir posten positive Nachrichten über den Flughafen und sammeln Ideen, ihn zu unterstützen. Eine ist beispielsweise Aufkleber zu drucken, mit denen man sich zum Flughafen bekennt.

Was für Ideen diskutieren Sie noch?

Till: Frachtflughafen ist so ein Stichwort. Der Flughafen Frankfurt platzt aus allen Nähten, kann man da nicht einen Teil des Verkehrs nach Calden umlenken? Oder asiatische Airlines nach Calden holen? Weltkulturerbe, documenta und Flughafen - das passt doch zusammen. Irgendwann wollen wir auch in der Realität etwas auf die Beine stellen - eine Versammlung oder Aktion, um die Unterstützung für den Flughafen sichtbar zu machen.

Wie ist es dazugekommen, dass Sie sich für den Flughafen einsetzen?

Till: Ich bin da reingerutscht. Ich durfte damals beim ersten Rundflug dabei sein. Dann habe ich die viele Kritik gesehen und gedacht: Das geht so nicht. Der Flughafen ist ein halbes Jahr alt und soll sich schon rechnen? Man muss ihm dafür mindestens sechs Jahre Zeit lassen. Ich habe ein Geschäft von Null aus eröffnet und weiß, wie lang es dauert, Fuß zu fassen.

Sie haben beruflich und politisch nichts mit dem Flughafen zu tun. Warum machen Sie das?

Till: Für mich stehen wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Wenn der Flughafen für Wachstum sorgt, bekommen mehr Menschen einen Arbeitsplatz, Jugendliche einen Ausbildungsplatz und es bleiben mehr Menschen in der Region.

Aber es ist doch nun mal so, dass der Flughafen zuletzt überwiegend für schlechte Schlagzeilen gesorgt hat, oder?

Till: Ja, darüber darf man ja auch diskutieren. Aber man muss fairerweise auch über die guten Seiten sprechen, beispielsweise, dass der Businessflugverkehr zunimmt oder 34.000 Menschen bisher den Flughafen genutzt haben. Wir sind jeden Sonntag in Calden und sehen, was dort alles los ist. Das Bizarre ist ja auch: Die Kritiker sorgen mit ihrer Kritik dafür, dass der Flughafen nicht die Vorgaben erfüllt, die sie einfordern. Die Leute trauen sich ja nicht mehr, ab Calden zu buchen.

Wie reagieren Flughafenkritiker auf Sie?

Till: Die greifen einen schnell persönlich an. Da wird dann über den Beruf oder das Aussehen gelästert, statt sachlich zu argumentieren. Viele Kritiker haben auch im Netz mehrere gefälschte Profile, das merkt man schnell. Ich schreibe dagegen unter meinen richtigen Namen.

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Von Göran Gehlen

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