Tourismusexperten zur Situation des Flughafens und der Kritik der Airport-Chefin

Reisebüros: Kassel-Calden ist gefragt

Kassel. Woran kann es liegen, dass Kassel-Calden solche Startprobleme hat? Flughafenchefin Maria Anna Muller sieht einen Grund in der Zurückhaltung von Reisebüros vor allem im Lager Tui und Thomas Cook.

Andere Reisebüros seien noch sauer wegen der Umbuchungen durch Flugausfälle, für die der Flughafen nichts könne, sagte sie auf Fragen von Caldener Bürgern. Bei Kasseler Reisebüros gab es darauf ein geteiltes Echo.

Da wolle man den Reisebüros die Schuld zuschieben, sagt Anne-Rose Breitling, selbstständige Reisekauffrau im First-Reisebüro (gehört zu Tui). Beim Verkauf einer Reise stehe nicht eine mögliche Provision, sondern der Kundenwunsch im Vordergrund. "Ich will, dass der Kunde einen guten Service und Verlässlichkeit hat. Mitunter sehen Kunden von einem Flug von Kassel-Calden ab, weil die Flugzeiten oder auch der Reisepreis nicht stimmen. Durch andere Flughäfen könne man mehr Vielfalt anbieten. Breitling wünscht sich für den Flughafen weitere Ziele auf den Balearen, den Kanaren und in die Türkei.

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"Ich stehe zum Flughafen Kassel-Calden", sagt Anette Kreger, Geschäftsführerin des Tui Reisecenters. "Auch, wenn die Tui Calden-Flüge nicht einkauft, verkaufen wir Calden-Angebote anderer Veranstalter und unterstützen so Kassel." Jeder Flughafen habe klein angefangen. "Die Nachfrage ist da." Zurzeit seien Calden-Buchungen eher verhalten, weil man nicht wisse, wohin die Reise geht. "Wir sind gespannt darauf, was 2014 für Kassel-Calden eingekauft wird." Was man brauche, sei ein stabiler Flugplan.

"Vielleicht hat man zu viel gewollt und es wäre besser gewesen, kleiner anzufangen", sagt Klaus Spohr, Chef des Reisebüros Wimke. Auch habe der Flughafen in seiner Startphase unter einer schlechten Presse gelitten. Doch die Ziele seien gut gewählt. Mallorca und Antalya gingen immer. "Ich freue mich, dass Germania gesagt hat, wir fliegen weiter nach Mallorca." Hier seien alle Flüge über 90 Prozent ausgelastet und in den Herbstferien längst ausgebucht. Die Gäste lobten bei Calden Bequemlichkeit und Freundlichkeit beim Personal. Es sei wichtig, dass Reiseveranstalter wie Schauinsland, Alltours, ITS, Jahnreisen und Tjaereborg weiter zu Kassel stehen. Wenn der Flughafen in Fahrt komme, werde sich vielleicht auch der Tui-Konzern dort engagieren, glaubt Spohr. (hei)

Archiv: Impressionen vom Flughafen

Impressionen vom Flughafen Kassel-Calden

Rubriklistenbild: © dpa

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