Gruppe konnte Spenden nicht persönlich übergeben

160 Syrer in Calden gelandet - Flüchtlingskinder bekamen Stofftiere

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Ankömmlinge: 160 syrische Flüchtlinge sind gestern Nachmittag in Calden gelandet.

Calden. 160 syrische Flüchtlinge sind am Dienstag am Flughafen in Calden angekommen. Einige von ihnen mussten mit Rollstühlen zum Terminal gefahren werden, andere wurden mit Tragen aus der Chartermaschine direkt in einen Krankenwagen gebracht.

Für die Flüchtlingskinder hatten Mitglieder der Facebook-Gruppe „Flughafen Kassel-Calden – Ich flieg hier ab“ 100 Beutel mit Malsachen und Stofftieren gepackt.

„Darin ist alles, was ein Kinderherz erfreut“, sagt Janusch Drescher. Überreichen durften die sieben Mitglieder der Gruppe die Beutel jedoch nicht. Das übernahm das Flughafen-Personal. Die Flüchtlinge wurden von der Öffentlichkeit weitestgehend abgeschottet.

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„Das Kinderlachen hätten wir schon gern gesehen, aber wir haben Verständnis dafür, dass das aus Sicherheitsgründen nicht geht“, sagt Wolfgang Neumann. Trotzdem ließen es sich die sieben nicht nehmen, den aus der Maschine kommenden Flüchtlingen vom Zaun aus zuzuwinken. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass sie hier willkommen sind“, sagt Isolde Hesse.

Für die Syrer hatte die Gruppe außerdem Anziehsachen gesammelt. „Wir waren total überwältigt wie viel gespendet wurde“, sagt Drescher. Ihm liegen vor allem die Flüchtlingskinder am Herzen. „Ich selbst musste als Junge aus Schlesien fliehen“, sagt er. Das war vor 25 Jahren. „Als Kind versteht man ja nicht, dass es in Sicherheit geht“, sagt er. Umso wichtiger sei es, dass sich die syrischen Kinder nach dem Flug und den Strapazen der Flucht in Deutschland wohl fühlen.

Willkommenskomitee: Mitglieder der Facebook-Gruppe „Ich flieg hier ab“ haben Tüten mit Kuscheltieren gepackt. Von links: Barbara Nebenführer, Isolde Hesse, Janusch Drescher, Ursula Meier-Neumann, Necla Elgaz, Wolfgang Neumann und Gottlieb Nebenführer.

Neben den Geschenken für die Kinder packte die Gruppe außerdem 50 Koffer und 30 Kartons mit gespendeten Spiel- und Anziehsachen. „Unter den Spenden waren auch vier Kinderwagen“, sagt Neumann. Die Sachen werden nun ins Grenzdurchgangslager nach Friedland gebracht. Organisiert hat den Transport der Flughafen.

Doch damit ist für die Gruppe die Arbeit noch lange nicht getan. Sie wollen weiterhin mit der Caritas in Friedland sowie Kassel und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusammenarbeiten. Auch wenn die nächsten Flüchtlinge in Calden landen, werden sie wieder am Flughafen sein.

Flüchtlinge landen in Kassel-Calden

Das wird nach Angaben von Dr. Manfred Schmidt im kommenden Jahr sein. Er ist Präsident des BAMF. Bei der nächsten Landung in Calden möchte er enger mit der Gruppe zusammenarbeiten: „Was die Leute hier gemacht haben, ist wirklich außergewöhnlich.“

Von Verena Koch

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