Volkswirtschaftlich gesehen ist Flughafen ein Gewinn für die Region

Studie: Calden bringt Geld

Calden. Für die Volkswirtschaft der Region habe schon der alte Flugplatz in Kassel-Calden Geld verdient, und beim neuen Airport werde es noch viel besser. Das ist das Fazit einer Studie von Professor Dr. Richard Klophaus (Fachhochschule Worms).

Die Studie wurde am Donnerstag im Beisein von Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Flughafen vorgestellt. Schäfer ist Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH.

Die heutige Situation: Ende 2012 gab es am alten Flughafen (der neue eröffnete am 4. April 2013) 704 Arbeitsplätze in 19 Betrieben. Im Umfeld waren laut der Studie insgesamt 2170 Arbeitsplätze mit dem Flughafen verbunden. Aus dieser Beschäftigung resultierte eine Bruttowertschöpfung von 137 Millionen Euro, davon 44,6 Millionen direkt am Flughafen.

Die Anteilseigner (Land Hessen, Stadt und Landkreis Kassel, Gemeinde Calden) zahlten als Verlustausgleich für den Betrieb des Flughafens im Jahr 2012 genau 6,6 Millionen Euro. Dem gegenüber standen laut Studie Steuereinnahmen von insgesamt 34,4 Millionen Euro (etwa Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbe- und Körperschaftssteuer). Von diesen Steuereinnahmen flossen 47 Prozent an den Bund, 39 Prozent über einen Schlüssel an die Länder und fast 14 Prozent an die Kommunen. Prof. Klophaus: „Das Defizit von 6,6 Millionen Euro wurde damit mehr als ausgeglichen.“

Dr. Richard Klophaus

Und es soll noch besser werden: Für das Jahr 2023 werden am und um den Flughafen 4210 Arbeitsplätze prognostiziert. Das bedeute eine Bruttowertschöpfung von 262 Millionen Euro. Davon würden 86 Millionen direkt am Flughafen erwirtschaftet, sagte Prof. Klophaus voraus.

Das Fazit der Studie: Aus einer Million Defizit, die der Betreiber tragen muss, entstünden über die Wertschöpfung für die Region 20 Millionen Euro. Prof. Klophaus: „Der Flughafen Kassel-Calden ist damit ein Beitrag für die Daseinsvorsorge in der Region.“

Zufrieden mit der Studie war Finanzminister Schäfer: „Uns interessieren die langfristigen Perspektiven mehr als die Frage, ob ein Flugzeug nach Antalya fliegt oder nicht."

Impressionen vom Flughafen

Impressionen vom Flughafen Kassel-Calden

Zur Person

Professor Dr. Richard Klophaus (47) lehrt an der Fachhochschule Worms unter anderem Verkehrswirtschaft. Er war einige Jahre bei der Lufthansa und gilt als Freund der Regionalflughäfen. Auf die Frage, ob da die Vermutung eines Gefälligkeitsgutachtens nicht nahe liege, sagte Klophaus: „Meine Methode ist sauber. Ich kann das Thema Gefälligkeitsgutachten nicht mehr hören.“ Alle, die so etwas behauptet hätten, hätten vor Gericht verloren.

Von Frank Thonicke

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