Nach Ankunft in Calden und Friedland

Kommentar zur Aufnahme von Flüchtlingen: "Moralische Pflicht"

Unter großem Medieninteresse und hohem Sicherheitsaufgebot sind am Mittwoch erstmals Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien auf dem Flughafen Kassel-Calden angekommen. Eine Boeing 737 von Air Berlin brachte 175 Menschen nach Deutschland. Ein Kommentar von Politik-Redakteur Wolfgang Blieffert.

Wolfgang Blieffert

Die 5000 syrischen Flüchtlinge, die jetzt über das nordhessische Calden ins südniedersächsische Durchgangslager Friedland kommen und von dort auf die Bundesländer verteilt werden, haben schwere Zeiten hinter sich: Geflohen aus der Heimat, wo der Terror des Assad-Regimes ein sicheres Leben unmöglich macht, geflüchtet aus einem Land, das im auch mit Giftgas geführten Bürgerkrieg versinkt. Solche Menschen aufzunehmen, ist eine moralische Pflicht.

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Wer das kühl bezweifelt oder daran kleinlich herumnörgelt, sei daran erinnert, dass gerade in unserer Grenzregion zu viel schwereren Zeiten ganz andere Flüchtlingsströme bewältigt worden sind. Dass die Aufnahme damals nicht immer reibungslos klappte, dass Vertriebenen und Flüchtlingen auch Misstrauen und Ablehnung entgegenschlugen, soll nicht verschwiegen werden. Aber unter dem Strich bleibt eine großartige Integrationsleistung. An diese Haltung sollte angeknüpft werden, wenn geflüchtete Syrer, schiffbrüchige Afrikaner und bedrohte Afghanen zu uns kommen. Wir können nicht alle aufnehmen, aber unser reiches Land kann mehr tun als andere.

Flüchtlinge aus Syrien in Calden angekommen

Dazu gehört auch, diese Menschen nicht zu ghettoisieren, sondern zu versuchen, sie in unserer Mitte zu integrieren. Ganz im Sinne der Inschrift des Heimkehrerdenkmals in Friedland: „Völker, entsaget dem Hass – versöhnt Euch, dienet dem Frieden – baut Brücken zueinander“.

Bilder vom Tag der Ankunft

Flüchtlinge aus Syrien in Calden angekommen

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