Anschluss ans Liniennetz

Turkish Airlines plant Flüge von Calden nach Istanbul

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Maschine der Turkish Airlines: Bald soll es von Calden aus regelmäßig nach Istanbul gehen.

Kassel/Calden. Vom Flughafen Kassel-Calden soll es regelmäßige Linienflüge der Turkish Airlines nach Istanbul geben. Das hat die Fluggesellschaft am späten Freitagabend in einer Meldung an die türkische Börsenaufsicht mitgeteilt.

Für Fluggäste im Raum Kassel heißt das, dass sie über das Drehkreuz Istanbul Anschluss an eines der weltgrößten Liniennetze bekämen. Turkish Airlines fliegt in 100 Ländern über 230 Ziele an, ist stark auf Wachstumskurs und über den Verbund „Star Alliance“ mit der Lufthansa und vielen weiteren namhaften Fluglinien vernetzt.

Blaue Moschee in Istanbul: Eines der Reiseziele, die schon bald via Kassel-Calden erreichbar sein werden. 

Wann es losgehen soll und wie viele Verbindungen pro Woche geplant sind, darüber machte die Airline auf HNA-Anfrage am Wochenende noch keine Angaben. Der Beginn in Calden hänge von der Verfügbarkeit zusätzlicher Flugzeuge ab, sagte Unternehmenssprecher Yusuf Ekiz. Er verwies darauf, dass Turkish Airlines seine Planungen erst am Montag öffentlich bekannt machen wolle.

Dem wollte auch Flughafenchefin Maria Anna Muller gestern nicht mit einem Statement vorgreifen. Zu der türkischen Börsenmeldung sagte sie: „Wir freuen uns natürlich sehr, dass Turkish Airlines diese Festlegung auf unseren Flughafen abgegeben hat.“ Der Kasseler Reiseunternehmer Esat Garp, selbst in Istanbul geboren, jubelte: „Jetzt fangen in Calden ganz neue Zeiten an.“ Garp hatte Ende 2011 die ersten Kontakte zu Turkish Airlines geknüpft und deren Vertreter zu Sondierungsgesprächen in die Region eingeladen.

Der Reiseunternehmer rechnet zum Auftakt mit mindestens drei wöchentlichen Flügen von Nordhessen an den Bosporus. Anders als bei reinen Urlaubsflügen erfüllen sich die Geschäftserwartungen großer Linienflug-Anbieter nur dann, wenn sie relativ häufig pro Woche starten, damit etwa Geschäftsreisende ihre Termine erreichen können und gute Möglichkeiten zur Nutzung von Anschlussverbindungen haben. Für Turkish Airlines sind weltweit 233 Flugzeuge unterwegs, die Maschinen sind durchschnittlich sechseinhalb Jahre alt. 38 Millionen Passagiere werden pro Jahr befördert.

Zu Gesprächen mit dem Management von Turkish Airlines waren der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen-GmbH, Hessens Finanzminister Thomas Schäfer, und Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen vor einigen Wochen in Istanbul gewesen. „Dabei hatten wir bereits ein gutes Gefühl“, sagte Schäfer. Wenn es gelänge, ab Calden Linienverbindungen zum Drehkreuz Istanbul zu etablieren, „wäre das ein großer Erfolg für den Kasseler Flughafen und für die gesamte Region Nordhessen“.

Von Axel Schwarz

Bilder aus der Geschichte des Flughafens Kassel-Calden

Kassel-Calden
Die Wurzel des neuen Airports liegen in der Fulda-Aue zwischen Waldau und Lohfelden. © 
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Dort entstand in den 20er-Jahren ein Flugplatz, der 1924 eröffnet wurde. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
In Kassel-Waldau starteten und landeten die Flugzeuge viele Jahre auf dem Rasen. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Von 1930 bis 1945 diente er dem Flugzeugbauer Fieseler als Werksflugplatz. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
In den 60er-Jahren drängte die Wirtschaft die Stadtväter zur Suche nach einem neuen Standort. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Das verkehrsgünstig gelegene Gelände in Waldau wurde als Wohn- Gewerbe- und Industriefläche gebraucht. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Fündig wurde die Stadt schließlich in Calden, wo Otto Freiherr Wolff von Gudenberg 1968 rund 200 Hektar Land zum Kauf anbot. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Nur zwei Jahre später, am 19. Juli 1970, wurde der Verkehrslandeplatz Kassel-Calden eröffnet. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Bereits in der Bauphase bildete sich in den Caldener Ortsteilen Ehrsten und Fürstenwald eine Bürgerinitiative gegen das Projekt. Allerdings konnte sie es nicht verhindern. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Schon bald entwickelte sich ein reger Flugbetrieb. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Neben Charterflügen nach Dalamatien im damaligen Jugoslawien sowie zu anderen Mittelmeerzielen wurden Linienflüge nach Berlin, Köln-Bonn, München und Düsseldorf angeboten. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Pause: Bauarbeiter nehmen sich am Flughafen Kassel-Calden eine leine Auszeit. Das Foto entstand 1969. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Tankstopp auf dem Flughplatz in Kassel-Waldau © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
1972 flogen ab Calden Flugzeuge nach Dalmatien. Eines trug den Namen des Caldener Ortsteils Meimbressen. Unser Foto zeigt Stewardess Barbara Hille (Mitte) aus Kassel mit Kolleginnen. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
 © HNA-Archiv

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