Vorstoß von Wirtschaftsminister Posch

Kaum Zuspruch für Poschs Calden-Anbindung

Kassel. Eines ist Hessens Minister für Wirtschaft und Verkehr, Dieter Posch (FDP), mit seinem Vorschlag zur Anbindung des Flughafens Kassel-Calden an die Autobahn 7 gelungen. Er hat überrascht. Zuspruch erhält Posch für seinen Vorstoß allerdings nicht.

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Für „definitiv ausgeschlossen“ hält Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) die sogenannte Nordspange. „Jede Variante einer solchen Querspange halte ich wegen der gravierenden Auswirkungen auf die Wohngebiete von Kassel-Wolfsanger wie auch der Nachbarkommunen und der Eingriffe in Natur und Landschaft für unvertretbar.“

Bertram Hilgen

Er habe bereits mit Posch über dessen Vorschlag geredet, teilte Hilgen mit. Dabei habe er ihm die ablehnende Haltung der Stadt Kassel deutlich gemacht. Einig sei er sich jedoch mit dem Wirtschaftsminister, dass der Flughafen Kassel-Calden besser angebunden werden müsse. Allerdings komme dafür „wohl nur eine Anbindung des Flughafens an die Autobahn 7 über niedersächsisches Gebiet in Betracht“, sagte Hilgen.

Ernst Wegener

Auch die Kasseler CDU bleibe bei ihrer ablehnenden Haltung zur Nordspange, „wenn dadurch die Lebensqualität in Wohngebieten beeinträchtigt wird“, teilte Oberbürgermeisterkandidat Ernst Wegener mit. In jedem Fall müssten die Belange der Betroffenen berücksichtigt werden.

„Wir fragen uns, wie Minister Posch dazu kommt, die Diskussion hierüber erneut zu eröffnen, da zu diesem Projekt keinerlei neue Erkenntnisse vorliegen“, sagte Wegener. Was den Sinneswandel ausgelöst habe, bleibe völlig unklar.

Bernd Häfner

Kritik übte die CDU, dass Posch die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie nach wie vor unter Verschluss halte. „Mit einem transparenten Verfahren hat dies nichts zu tun“, sagte Wegener in einer Pressemitteilung. Daran stört sich auch Bernd Häfner, Oberbürgermeisterkandidat der Freien Wähler. „Es hat den Anschein, Landeswirtschaftsminister Posch habe die besten politischen Jahre bereits hinter sich.“ Anders lasse sich das Verhalten nicht erklären. „Ein Gutachtenergebnis, das ihm nicht passt, wird nicht veröffentlicht, vage Verbesserungen werden in den Raum gestellt“, sagte Häfner.

Andreas Dinges

Er forderte Posch auf, mit dem Land Niedersachsen über die Anbindung zu sprechen. „Ein Blick auf die Karte macht jedem klar, dass Hessen und Niedersachsen hier schnell eine verträgliche Lösung finden könnten, wenn denn Planungen von beiden Landesseiten aus möglich wären.“

Einer reihte sich nicht bei den Kritikern ein: Caldens Bürgermeister Andreas Dinges (parteilos) meint, dass Kassel und die Gemeinde Fuldatal umdenken sollten. Das richtige Gremium dafür sei der Zweckverband Raum Kassel. Dort könne die Region zu einer Meinung kommen und die Streckenführung diskutieren.

Posch hatte vor etwa einem Jahr das Aus für die Nordspange verkündet. Der erneute Vorstoß sei gut, sagte Dinges. Vermutlich sei damals kein Geld vorhanden gewesen, um das Projekt voranzutreiben. (clm/mrß)

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