Standorte für Rotoren: Wegen des Flughafens gibt es nur wenige Flächen

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Sie werden verschwinden: Diese beiden Windräder gehören zum Windpark westlich von Holzhausen. Weil sie im Einflugbereich des Caldener Flughafens (im Bildhintergrund) liegen, müssen sie bis zum nächsten Jahr demontiert werden.

Kreis Kassel. Die Windkraft ist im Aufwind. Doch im Umkreis des Flughafens Calden sind die Möglichkeiten beschränkt. Weder in Calden selbst noch in Grebenstein können Windmühlen aufgestellt werden - aus Rücksicht auf den künftigen Flugverkehr.

Am härtesten aber trifft es Immenhausen, dort müssen zwölf bestehende Anlagen sogar abgebaut werden. Nicht viel besser sieht es zurzeit im nördlichen Altkreis Kassel aus. Espenau als direkter Nachbar Immenhausens darf ebenfalls keine Flächen für Windkraftanlagen ausweisen. Das betrifft auch ein Areal im Bereich Auf der Heide in Richtung Immenhausen, das laut Bürgermeister Michael Wielert vor dem Wiederaufflackern der Flughafendiskussion infrage gekommen wäre. Aber nachdem das Flughafenprojekt Gestalt angenommen habe, habe man die Pläne trotz Anfragen diverser Investoren damals „relativ schnell wieder eingestampft“.

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Dasselbe gilt für Ahnatal und Vellmar. Auch dort sind bislang keine Flächen ausgewiesen. In Ahnatal gebe es laut Bürgermeister Michael Aufenanger „keine optimalen Standorte und daher auch keine Planungen“. Und Vellmar komme als kleine Flächenkommune sowieso „nicht in Betracht“, sagt Verwaltungschef Dirk Stochla.

Die einzige Kommune, die Windkraftanlagen aufstellen könnte, wäre Fuldatal. Die Gemeinde sieht dies als Chance für eine mögliche Einnahmequelle und als Beiträge zur Energiewende. Auf dem Weg dahin habe der Landkreis Kassel in Kooperation mit dem Zweckverband Raum Kassel geeignete Standorte ermittelt, sagt Fuldatals Hauptamtsleiter Klaus Exner. Dabei habe sich die Kuppe zwischen Gut Eichenberg in Rothwesten und dem Ortsteil Wahnhausen als Gebiet mit hoher Windhäufigkeit herausgestellt.

Diese Fläche mit dem Gemarkungsnamen Dicker Kopf habe die Gemeinde als Standort gemeldet, auf dem wirtschaftlich genutzte Windräder zur Stromerzeugung errichtet werden könnten. Ein weiterer Standort nordwestlich von Rothwesten im Bereich des Gutes Winterbüren würde sich „windtechnisch ebenfalls eignen“, sagt Exner. Er käme aber wegen Kassel-Calden nicht in Betracht.

Windräder werden aber im Bereich des Gewerbegebietes Fritz-Erler-Anlage aufgestellt. Dort will das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) Pilotanlagen zu Forschungszwecken errichten. Diese dürfen allerdings wegen der Nähe zur Einflugschneise Kassel-Calden maximal eine Höhe von 50 Metern haben.

Für Immenhausen, das die zwölf Anlagen abbauen muss, bedeutet dies massive Einschränkungen. „Wir sind die Kommune, die echte wirtschaftliche Nachteile durch den Flughafen erleidet“, sagt dazu Bürgermeister Herbert Rössel. Denn weil der bestehende Windpark mit den zwölf Windmühlen westlich von Holzhausen wegen der Einflugschneise zum Airport demnächst demontiert werden muss, wird die Stadt künftig auf Gewerbesteuereinnahmen aus dem Betrieb der Anlagen verzichten müssen.

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