Flughafen: Personalkosten treiben jetzt schon die Kosten hoch

So soll der Flughafen einmal aussehen: Rechts ist die Abfertigungshalle zu sehen, im Vordergrund das Gebäude der Flughafenfeuerwehr. In der Bildmitte hinten ist der Kontrollturm zu erkennen, von dem aus die Starts und Landungen überwacht werden. Illustration: nh

Kassel. Feuerwehrleute und Sicherheitspersonal, Tower-Mitarbeiter und Gepäckverlader: 182 Menschen sollen am Flughafen Kassel-Calden arbeiten. Und sie müssen auf ihre Aufgabe vorbereitet werden.

Die Personalkosten treiben deshalb schon jetzt das Defizit der Flughafengesellschaft in die Höhe.

„Wir kommen mit der bestehenden Mannschaft nicht aus“, sagt Jörg Ries, Sprecher der Geschäftsführung. Weil am neuen, größeren Airport auch größere Maschinen landen werden, müsse die Flughafenfeuerwehr aufgestockt werden – das Sicherheitspersonal genauso. Die Abfertigung von Passagieren und Flugzeugen sei eine völlig neue Aufgabe. „All das sind Dinge, die bisher keine Rolle gespielt haben“, sagt Ries.

Damit der Flughafen reibungslos in Betrieb genommen werden kann, müsse das Personal frühzeitig geschult werden. Das Gros werde in diesem Jahr eingestellt, sagt Ries. Deshalb rechnet der Flughafen für 2012 mit 6,6 Millionen Euro auch mit dem größten Defizit während der Bauphase. Die Abteilungsleiter wurden teilweise schon 2010 angeheuert, um ihr Gebiet aufzubauen: „All das braucht Zeit.“

Berater und Marketing

Jörg Ries

Doch nicht nur die Personalkosten, die sich laut Planung für die Jahre 2010 bis 2013 auf fast 15 Millionen Euro summieren, tragen zum Defizit des Flughafenbetreibers bei. Berater haben die Mitarbeiter ausgebildet und die künftigen Betriebsabläufe geplant. Die Verhandlungen mit Reiseveranstaltern und Fluglinien haben die Marketingkosten in die Höhe getrieben. „Das steigert sich natürlich, je näher der Termin der Eröffnung rückt“, sagt Geschäftsführer Rolf Hedderich.

Erst 2014, wenn der Betrieb richtig läuft, soll der Verlust wieder sinken. Laut Plan sogar um über 90 Prozent auf dann 346 000 Euro. Unter anderem rechnet der Flughafen mit Einnahmen aus Landegebühren von 1,4 Mio. Euro. Am bisherigen Verkehrslandeplatz wurden damit jedes Jahr gut 300 000 Euro verdient.

Diese Zahlen beruhen allerdings auf der mittelfristigen Finanzplanung, erklärt Ries. Der liegen die Passagierzahlprognosen aus dem Planfeststellungsverfahren zugrunde – errechnet aus der Bevölkerung in der Region und der statistischen Nachfrage nach Flugreisen.

Archivfotos: Kassel-Calden: Der Flughafen wächst und wächst

Kassel-Calden: Der Flughafen wächst und wächst

Aktuelle Zahlen und Verträge mit Fluggesellschaften werden erst in den Wirtschaftsplan 2013 einfließen, der im Herbst erstellt wird. Dann wird sich erstmals zeigen, ob der tatsächliche Betrieb die Erwartungen erfüllen kann. „Wir hoffen natürlich, dass sich die Prognosen schneller und besser einlösen als erwartet“, sagt Ries. Er gehe aber davon aus, dass sich der Betrieb im Einklang mit den Prognosen entwickelt. Dann müssten in acht Jahren 640 000 Passagiere von Calden fliegen.

Von Marcus Janz

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