Gewerkschaft fordert flexiblere Arbeitszeiten

Warnstreik auf dem Flugplatz: Mit Trillerpfeifen für mehr Geld

Unterstützten die Forderungen der Gewerkschaft mit Applaus und Trillerpfeifen: Etwa 70 Angestellte der Firma ZF Luftfahrttechnik und ein Beschäftigter von Airbus Helicopters traten in den Warnstreik.

Calden. Etwa 70 Beschäftigte der Caldener Firmen ZF Luftfahrttechnik und Airbus Helicopters sind am Dienstagmorgen in einen Warnstreik getreten. Sie fordern höhere Löhne und flexiblere Arbeitszeiten.

„Gebt uns ruhig die Schuld, den Rest könnt Ihr behalten! Und falls es Euch beruhigt, es trifft auf keinen Fall die Falschen!“

Der Hit der Fantastischen Vier, der zu Beginn des Warnstreiks auf dem alten Flugplatz in Calden aus den Boxen schallt, könnte passender nicht sein. Schuldzuweisungen gibt es auf dem Parkplatz vor der Firma ZF Luftfahrtechnik einige – und wie das so ist, wenn eine Gewerkschaft, in diesem Fall die IG Metall, demonstriert, sieht man die Schuld bei den Arbeitgebern.

Die Forderungen

Die IG Metall fordert für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von sechs Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem will die IG Metall einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten durchsetzen.

Wer dies nutze, um familiären Verpflichtungen nachzukommen, soll bei einer Arbeitszeitverkürzung um mindestens 3,5 Stunden einen Zuschuss von 200 Euro im Monat erhalten. Damit soll es auch Beschäftigten mit geringeren Einkommen ermöglicht werden, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren.

Der Warnstreik

Mit Trillerpfeifen und lautem Applaus kommentierten am Dienstagmorgen knapp 70 Angestellte von ZF Luftfahrttechnik die Rede des IG Metall-Sekretärs Timo Gerland. Von Airbus Helicopters hatte sich lediglich ein Beschäftigter in die Kälte gewagt.

Vertritt die Forderungen der Arbeitnehmer: IG-Metall-Sekretär Timo Gerland am Dienstagmorgen in Calden. Fotos: Deppe

Eine Frechheit sei das Angebot der Arbeitgeber, die Entgelte um zwei Prozent zu erhöhen, sagte Gerland. „Es ist eure Arbeit, die für die guten Umsätze sorgt“, rief er den Streikenden zu. Im Vergleich zur Lohnerhöhung sei aber die Forderung nach der Option auf Arbeitszeitverkürzung ein schwer. „Flexibler werden ist für Arbeitgeber offenbar wie der Untergang des Abendlandes“, sagte der Gewerkschafter. Während die Beschäftigten auf eine Möglichkeit zu Verkürzung und dem Recht auf Rückkehr in Vollzeit hoffen, sei ein Ziel der Arbeitgeber, die Arbeitszeiten weiter auszuweiten. Weil gerade dabei eine Einigung nur schwer vorstellbar sei, gehe er davon aus, dass weitere Warnstreiks folgen würden, so Gerland.

ZF Luftfahrtechnik beschäftigt in Calden derzeit 386 Angestellte, Airbus Helicopters 106.

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