Wegfall von Brutplätzen: Flughafen Calden kauft Fläche für Kiebitze

Kassel. Die Flughafen GmbH Kassel muss dafür sorgen, dass Kiebitze auch nach dem Ausbau des Flughafens Kassel-Calden weiter Brutflächen haben. Das kostet wohl mehrere Hunderttausend Euro.

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Durch den Ausbau des Landeplatzes gehen Vögeln in Calden Flächen verloren, die andernorts neu geschaffen werden müssen, so ist es im Artenschutzrecht vorgesehen. Deswegen investiert die Flughafen GmbH etwa 250.000 Euro in Ausgleichsflächen im mittelhessischen Lich. Dass diese mehr als 100 Kilometer Luftlinie vom Flughafen entfernt liegen, sei kein Problem, sagte Jürgen Weber, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Die Fläche dürfte nicht zu weit entfernt sein. Aber wo sie sich genau befindet, sei letztlich nicht erheblich.

Dazu wird ab kommendem Montag der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Flughafens im Rathaus in Lich für jedermann zur Einsicht ausgelegt. In dieser Zeit könnten Betroffene prüfen, ob sie vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) klagen.

Dass jemand Klage erhebt, sei aber unwahrscheinlich, sagte Weber. Das Verfahren der Ausgleichsflächen sei mit allen Beteiligten abgestimmt. Auch der Ausbau des Flughafens wäre davon nicht betroffen, sagte Weber. Sollte eine Klage Erfolg haben, müsste sich die Flughafen GmbH nur um neue Ausgleichsflächen bemühen. Die Bauarbeiten in Calden müssten deswegen nicht gestoppt werden.

Auf die Flächen in Lich sei die Flughafen GmbH eher zufällig gestoßen, sagte Ingrid Moser, Geschäftsführerin der Landschaftspflegevereinigung Gießen. Ein mit dem Flughafen-Ausbau beschäftigter Planer arbeite auch für die Stadt Lich.

Ein Teil ursprünglich vorgesehener Ausgleichsflächen in der Nähe von Calden sei nicht realisierbar gewesen, sagte Jörg Ries, Geschäftsführer der Flughafen GmbH. Ausgleichsflächen in der Nähe ließen sich nicht schaffen. Deswegen habe man nach weiter entfernt liegendem Ersatz gesucht.

Von Claas Michaelis

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