Einigung in Wiesbaden

Daumenschrauben für Flughafen: Calden muss Defizit erheblich reduzieren

Kassel. Teilweises Aufatmen in der Region: CDU und Grüne haben sich darauf geeinigt, den Flughafen Kassel-Calden in seiner bisherigen Form weiterzubetreiben. Allerdings soll das Management aufgefordert werden, das Defizit um jährlich zehn Prozent zu senken. 2017 soll dann geprüft werden, wie es in Calden weitergeht.

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In diesem Jahr erwartet der unter chronisch schlechter Auslastung leidende Airport ein Defit von 6,8 Millionen Euro. Das ist von den Gesellschaftern entsprechend ihrer Anteile zu tragen. Auf das Land, das 68 Prozent der Anteile hält, entfielen gut 4,6 Millionen, auf Kreis und Stadt Kassel, die mit jeweils 13 Prozent beteiligt sind, je 845 000 und auf die Gemeinde Calden mit sechs Prozent Beteiligung 408 000 Euro. 370 000 stehen dafür im kommunalen Haushalt, so dass Calden nachschießen müsste. Der Kreis müsste etwa 95 000 Euro zusätzlich in die Hand nehmen. Die Stadt Kassel erklärte, dass sie ausreichend Mittel für die Verluste städtischer Beteiligungen im Etat eingestellt habe.

„Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass die Grünen jetzt ihren Frieden mit dem Flughafen geschlossen haben und dessen Status nicht mehr in Frage stellen“, erklärten Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Landrat Uwe Schmidt. Beide signalisierten ihre Bereitschaft mit der neuen Landesregierung über eine anteilige Finanzierung der Flugsicherung zu verhandeln. Die bezahlt derzeit das Land allein. Gleichzeitig begrüßten sie wie Caldens Bürgermeister Andreas Dinges, dass das Defizit abgebaut werden soll.

Flughafenchefin Maria Anna Muller wollte unter Hinweis auf die laufenden Verhandlungen keine Stellungnahme abgeben. (jop)

Bilder aus der Geschichte des Flughafens Kassel-Calden

Kassel-Calden
Die Wurzel des neuen Airports liegen in der Fulda-Aue zwischen Waldau und Lohfelden. © 
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Dort entstand in den 20er-Jahren ein Flugplatz, der 1924 eröffnet wurde. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
In Kassel-Waldau starteten und landeten die Flugzeuge viele Jahre auf dem Rasen. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Von 1930 bis 1945 diente er dem Flugzeugbauer Fieseler als Werksflugplatz. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
In den 60er-Jahren drängte die Wirtschaft die Stadtväter zur Suche nach einem neuen Standort. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Das verkehrsgünstig gelegene Gelände in Waldau wurde als Wohn- Gewerbe- und Industriefläche gebraucht. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Fündig wurde die Stadt schließlich in Calden, wo Otto Freiherr Wolff von Gudenberg 1968 rund 200 Hektar Land zum Kauf anbot. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Nur zwei Jahre später, am 19. Juli 1970, wurde der Verkehrslandeplatz Kassel-Calden eröffnet. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Bereits in der Bauphase bildete sich in den Caldener Ortsteilen Ehrsten und Fürstenwald eine Bürgerinitiative gegen das Projekt. Allerdings konnte sie es nicht verhindern. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Schon bald entwickelte sich ein reger Flugbetrieb. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Neben Charterflügen nach Dalamatien im damaligen Jugoslawien sowie zu anderen Mittelmeerzielen wurden Linienflüge nach Berlin, Köln-Bonn, München und Düsseldorf angeboten. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Pause: Bauarbeiter nehmen sich am Flughafen Kassel-Calden eine leine Auszeit. Das Foto entstand 1969. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Tankstopp auf dem Flughplatz in Kassel-Waldau © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
1972 flogen ab Calden Flugzeuge nach Dalmatien. Eines trug den Namen des Caldener Ortsteils Meimbressen. Unser Foto zeigt Stewardess Barbara Hille (Mitte) aus Kassel mit Kolleginnen. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
 © HNA-Archiv

Rubriklistenbild: © Archiv-Bild: Temme

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