Anlagen stehen Flugbetrieb im Wege

Windräder in Immenhausen werden jetzt abgebaut

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Schnell verschwunden: Die erste von zwölf Windkraftanlagen bei Immenhausen verschwand vom Horizont. Der Abbau dauert nur ein bis zwei Tage. Die übrigen drehen sich bis zur letzten Minute weiter. Franz Lotze, der mit dem Rad fast täglich vorbeikommt, beobachtet den Abbau mit Interesse.

Immenhausen. Der neue Flughafen in Calden geht mit großen Schritten seiner Fertigstellung entgegen. Für die Windkraftanlagen „Alte Schanze“ in der Immenhäuser Gemarkung steht damit das Ende dicht bevor.

Der Abbau der in der künftigen Flugschneise liegenden zwölf Windräder hat in dieser Woche begonnen, abgeschlossen sein muss er bis spätestens Ende Januar.

Die Masten können nicht länger stehen bleiben, weil nach Angaben des Flughafen-Geschäftsführers Jörg Ries vor der Eröffnung des Flughafens Anfang April noch etliche Testflüge stattfinden müssen. Sie dienen unter anderem dazu, die Navigationsanlagen einzurichten und Hindernisse einzumessen.

Die Betonfundamente müssen bis 31. Januar abtransportiert sein. Sie werden vor Ort zerkleinert. Die Windkraftanlagen sind dann restlos beseitigt, ohne Umweltschäden zu hinterlassen, betont ihr bisheriger Betreiber. Das Gelände wird dann wieder zu Ackerland.

Alle Anlagen wurden von der Flughafen GmbH aufgekauft und werden nun mit zwei großen Kränen zerlegt und nachts mit Schwertransporten abfahren.

Zuerst werden zwei kleinere Anlagen abgebaut, danach die großen. Sieben Anlagen wurden im Jahr 2000 von der Grebensteiner Firma Windkraft-Kontor errichtet, die übrigen fünf errichtete vier Jahre zuvor die Alte Schanze KG. Anfangs waren die Betreiber von einer Betriebszeit von 25 Jahren ausgegangen.

Die Anlagen werden voraussichtlich an Standorte im Ausland, unter anderem in Polen, verkauft, weil die Genehmigung für neue Standorte in Deutschland drei Jahre dauern würde.

Dass auf Immenhäuser Gebiet genauso viele Anlagen wieder neu aufgebaut werden, ist nahezu ausgeschlossen. Bedingt durch den neuen Flughafen sei bei der Suche nach geeigneten Ersatzflächen ein Großteil der Gemarkung bereits außen vor, hieß es in der jüngsten Stadtverordnetensitzung. Eine weitere Suche nach einem ausweisungsfähigen Standort wäre deshalb „rausgeworfenes Geld“, sagte Haupt- und Finanzausschussvorsitzender Walter Perndl.

Allein der nördliche Zipfel des Gemeindegebiets in Richtung Reinhardswald komme noch als Standort für moderne Windtechnologie infrage.

Hier, bei Mariendorf, beabsichtigen potentielle Betreiber die Errichtung von zwei Windrädern. Dabei sei zu überlegen, ob sich die Kommune oder auch Einwohner an dem Projekt beteiligen wollten, meinte Perndl. Bei der Neuaufstellung zum Regionalplan soll dieser Standort als Vorrangfläche aufgenommen werden.

Für die im Flächennutzungsplan ausgewiesene bisherige Windtechnik-Fläche „Alte Schanze“ wurde formal der Aufhebungsbeschluss gefasst. (tty/pbb)

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