Bekenntnis zum Flughafen

Im Winter soll Flughafenbetrieb mit voller Besetzung weiterlaufen

Calden. Die Gesellschafter des Flughafens suchen den Schulterschluss das war am Freitagmittag wortwörtlich zu nehmen. Dicht gedrängt saßen Vertreter der Politik und der Flughafen GmbH nebeneinander in Kassel-Calden.

Die Botschaft war deutlich: "Dass ist nicht nur ein Bekenntnis zum Flughafen, sondern auch zu den Mitarbeitern", sagte Kassels Landrat Uwe Schmidt (SPD). Trotz weniger Flüge werde man nicht in Panik geraten und im Winter etwas verändern. "Hier gibt es genug zu tun für alle Mitarbeiter."

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) verwies darauf, dass Kassel-Calden erst ein halbes Jahr alt ist: "Wer meint, in so kurzer Zeit kann man einen Flughafen auslasten, kennt die Branche nicht." Ihn ärgere die Häme, die dem Flughafen entgegenschlage.

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Quasi eine Kehrtwende in Sachen Flughafen gab es von der Gemeinde Calden: Nachdem Bürgermeister Andreas Dinges zuletzt beklagt hatte, Calden könne den Sechs-Prozent-Anteil am Defizit von fast 400.000 Euro nicht stemmen, erklärte der erste Beigeordnete Adolf Roß, dass man doch 350.000 Euro zurückgelegt habe. Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sagte, dass er deswegen auch keine Notwendigkeit sehe, Calden finanziell zu unterstützen.

3000 Flugbewegungen

Er kritisierte, dass der Flughafen bisher vor allem an der Zahl der Urlaubsflieger gemessen werde. Dabei nehme besonders der Geschäftsflugverkehr zu: Pro Monat gebe es 3000 Flugbewegungen das sind Starts und Landungen. Seit Anfang des Jahres seien es 18.000 gewesen, insgesamt 34.000 Passagiere nutzten den Flughafen.

Laut Maria Anna Muller, Geschäftführerin der Flughafen GmbH, steigt vor allem die Zahl der Landungen von Business-Jets: Darunter seien Maschinen von K+S, Volkswagen und Wintershall, aber auch Prominente und Geschäftsleute nutzten den Airport zunehmend.

Schäfer verglich den Flughafen mit einer neuen Straße: "Nur weil in einem gewissen Zeitraum weniger Autos fahren, wird ja auch keine Autobahn dicht gemacht."

Der Finanzminister betonte auch, dass es selbstverständlich sei, dass das Land mehr als vier Millionen Euro für hoheitliche Aufgaben wie Feuerwehr und Flugsicherheit in Kassel-Calden ausgibt. "Wer dies infrage stellt, gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern spielt auch mit der Sicherheit von Flugpassagieren."

Von Göran Gehlen

Rubriklistenbild: © dpa

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