Noch keine Sprengkörper gefunden

Bombensuche in der Fulda: Flugzeugteil entdeckt

Suche im Nebel: Auf dem Boot der Wasserschutzpolizei stehen Polizeihauptkommissar Alexander Lorch (links) und Gerhard Gossens (Kampfmittelräumdienst). Im Hintergrund sind die Feuerwerker aus Celle auf ihrer schwimmenden Arbeitsinsel zu sehen. Foto: Herzog

Kassel. Ein Meter lang ist das Teil, das vermutlich einst zu einem Flügel von einem Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg gehörte. Berufstaucher und Feuerwerker Thomas Borchert hat das vergammelte Stück am Mittwoch aus der Fulda gefischt.

Video: Suche nach Bomben

Insgesamt neun Teile holten die Experten der Kampfmittelbergung Schollenberger aus Celle aus dem Fluss. Bislang haben sie an zwei Tagen 14 der 101 Störpunkte in Höhe des Motor-Yacht-Clubs untersucht.

Neben dem Flugzeugflügel wurden zudem bis zu 50 Zentimeter lange Eisennägel und ein drei Meter langer Draht aus dem Wasser geborgen.

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Die Experten sind vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden für die Untersuchung der 7500 Quadratmeter großen Fläche beauftragt worden. Der Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen geht nämlich davon aus, dass auf dem Grund des Flusses noch Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. In den vergangenen beiden Sommern waren wiederholt verdächtige Blasen- und Nebelbildungen in diesem Bereich der Fulda beobachtet worden. Die könnten ein Hinweis auf die Kriegswaffen sein.

Gerhard Gossens vom Kampfmittelräumdienst, der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt ist, machte sich am Mittwoch ein Bild von der Arbeit seiner tauchenden Kollegen. Wie viele Bomben in der Fulda liegen, darüber könne man keine Angaben machen. „Die Gewässer in Hessen sind darauf bisher wenig untersucht worden.“ Da aber rechts und links der Fulda die Bomben über Kassel abgeworfen wurden, müsse man mit einigen Sprengsätzen im Fluss rechnen.

Sobald die Feuerwerker aus Celle einen Sprengsatz unter Wasser identifiziert haben, müsse geprüft werden, ob dieser transportfähig ist. Falls nicht, wird Taucher Borchert eine Unterwassersprengung vornehmen.

Die Fulda ist übrigens während der Untersuchung in diesem Bereich komplett gesperrt. An die Sperrung, die von der Wasserschutzpolizei überwacht wird, hielten sich nicht alle Wassersportler, sagt Polizeihauptkommissar Alexander Lorch. Ein Kanute aus Kassel habe sich äußerst uneinsichtig gezeigt und sei trotz Verbots durch den Bereich gepaddelt. Er muss nun mit einer Anzeige rechnen.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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