Natürliche Geländeformation ohne Bebauung

Die Flutmulde sorgt für Entlastung in Kassel

Kassel. Wenn es in Kassel Hochwasser gibt, ist immer wieder von der Flutmulde die Rede. Auch diesmal warteten die Fachleute gespannt darauf, ob die Mulde anspringt. Das klingt so, als würde ein Motor angeworfen.

Dabei handelt es sich um eine natürliche Geländeformation. „Das wussten schon unsere Altvorderen, die diesen Bereich nicht bebaut, sondern freigehalten haben“, sagt Dr. Martin Marburger vom Kasseler Regierungspräsidium. Wenn das Hochwasser der Fulda einen bestimmten Punkt überschreitet, dann läuft das Wasser im flachen Uferbereich gegenüber dem Auebad ab. Auch deshalb ist das im Vergleich zu den Nachbargrundstücken höher gelegene Gelände relativ sicher vor Hochwasser. Die Erdarbeiten für den Neubau des Bades gingen gestern jedenfalls ungestört weiter.

Die Flutmulde verläuft vom Fuldaufer Richtung Waldauer Wiesen, Blücherviertel zum Großen Kreisel und von dort weiter zum Kasseler Hafen und den Wiesen bei Wolfsanger. Dort vereint sich die Mulde wieder mit der Fulda. „Im Ernstfall sorgt die Flutmulde für eine Entlastung, weil sich das Wasser verteilen kann“, sagt Dr. Martin Marburger.

Ende der 1980er- Jahre sei dieser Effekt, den unsere Vorfahren vor 100 Jahren schon kannten, auch wissenschaftlich belegt worden. Deshalb müsse dieser Bereich frei von Bebauung bleiben. Das sei ein Stück Hochwasserschutz für Kassel. (tos)

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