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Fördergeld vom Bund soll Kassels Zentrum stärken

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Von: Axel Schwarz

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Wirkt wie eine Barriere: Die Kurt-Schumacher-Straße auf Höhe des Hansa-Hauses. Wie sich dies stadtplanerisch ändern lässt, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen. Archi
Wirkt wie eine Barriere: Die Kurt-Schumacher-Straße auf Höhe des Hansa-Hauses. Wie sich dies stadtplanerisch ändern lässt, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen. Archi © Andreas Fischer

Die Stadt Kassel bekommt fast 1,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Mit dem Geld soll eine Aufwertung der Kasseler Innenstadt geplant werden.

Kassel – Wie Fördergeld von Bund und Land Kassels Innenstadt attraktiver macht, dafür gibt es gerade ein besonders schönes Beispiel: Der fliegende Weihnachtsmann, der derzeit jeden Nachmittag hoch auf dem Seil über dem Friedrichsplatz die Besucher des Märchenweihnachtsmarkts bezaubert, ist erst durch eine solche Finanzspritze möglich geworden. Artistengagen und komplizierte Technik gibt es nicht umsonst; für das Publikum ist die Show hingegen gratis. Die Menschen kommen in Scharen und schwärmen deutschlandweit von dem tollen Erlebnis.

„Die Belebung der Innenstadt ist das Ziel“, sagt Citymanagerin Sabine Heinemann, deren Funktion beim Stadtplanungsamt angesiedelt ist. Dass es immer weniger Einkaufserlebnisse sind, die die Menschen ins Zentrum locken, ist spätestens mit der Corona-Krise offenbar geworden. Kultur, Gastronomie und kommerzfreie Anziehungspunkte werden immer wichtiger, um Stadtzentren lebendig zu halten. Hinzu kommen die Erfordernisse des Wandels mit Blick auf Klima und Mobilität.

Auf dem Weg dorthin wird Kassel mit Bundes- und Landesgeld unterstützt. Noch bis Ende 2023 läuft das hessische Programm „Zukunft Innenstadt“, aus dem Kassel 250 000 Euro bekommt. Neben dem fliegenden Weihnachtsmann wird damit auch die Aktion „Kultur meets Innenstadt“ gefördert: Theaterleute und bildende Künstler bekommen Raum in leer stehenden Läden, die dafür von der Stadt temporär angemietet werden.

Theater in leerem Laden: Das Aktionstheater Kassel bespielte ein Schaufenster am Lyceumsplatz.
Theater in leerem Laden: Das Aktionstheater Kassel bespielte ein Schaufenster am Lyceumsplatz. © Andreas Fischer

Darüber hinaus kann Kassel jetzt zur Stärkung der Innenstadt bis Ende 2025 knapp 1,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ verplanen.

Mit diesem Geld, das kürzlich bewilligt wurde, würden überwiegend Konzepte finanziert, teils aber auch Baumaßnahmen, Miet- und Personalkosten, erläuterten Stadtbaurat Christof Nolda und Jochen Scharf vom Stadtplanungsamt. Einige Schlaglichter:

Innenstadtring: Mit Machbarkeitsstudien und Verkehrssimulationen soll getestet werden, welche Spielräume es gibt, die Barrierewirkung innerstädtischer Verkehrsachsen abzumildern und Verbindungen zu schaffen – etwa über Kurt-Schumacher-Straße und Steinweg.

Lieferverkehr: Konzipiert werden soll ein zentraler Umschlagplatz („City-Hub“) für Warenlieferungen, damit diese nicht mehr mit großen Fahrzeugen ins Zentrum gebracht werden müssen, sondern beispielsweise auf kleine E-Mobile oder Lastenräder umgeladen werden können.

Kinder und Jugendliche: Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten ohne Geldausgebepflicht, ein Jugendtreff für die City sowie ein verbessertes Konzept für den Skaterplatz an der Unteren Karlsstraße gehören hier zu den Ideen.

Kultur in der City: Die Vermittlung von Projekten Kasseler Kulturschaffender in temporär ungenutzte Ladengeschäfte soll mit Mitteln des Bundesprogramms fortgeführt werden.

Mobile Begrünung: Mit transportablen großen Pflanzgefäßen will die Stadt ein Instrumentarium schaffen, mit dem bauliche Veränderungen an bestimmen Stellen getestet werden können.

Koordiniert werden alle Aktivitäten beim Stadtplanungsamt. Jedoch seien viele städtische Ämter und Stellen zu beteiligen, auch Akteure des Innenstadtgeschehens würden zum Mitmachen eingeladen, sagte Jochen Scharf: „Wir wollen bis 2025 ein Konzept haben mit einer Vision, wie unsere Innenstadt künftig funktionieren soll.“

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