Zahlen für gemeinsamen Unterricht steigen rasant an

Inklusion: Förderschüler drängen auf reguläre Schulen

Kassel. Die Zahlen steigen rasant: In Stadt und Landkreis Kassel werden immer mehr Schüler mit Förderbedarf an regulären Schulen unterrichtet. Im kommenden Schuljahr 2014/2015 steigt die Zahl auf etwa 320, 46 Prozent mehr als noch vor drei Jahren.

„Die Anträge auf inklusive Beschulung nehmen rasant zu“, sagte Thomas Burger vom Staatlichen Schulamt.

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Angesichts wachsenden Bedarfs wollen die Stadt Kassel und das Staatliche Schulamt das Thema Inklusion vorantreiben, dabei aber zweigleisig fahren. Denn obwohl in der Folge immer weniger Kinder auf Förderschulen gehen, sollen Eltern die Wahl-Möglichkeit behalten. „Wir halten Förderangebote weiter vor“, sagte Schuldezernentin Anne Janz. Allerdings würden Kapazitäten zurückgefahren und Förderschulen auch geschlossen. Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention ist das Ziel inklusiver Bildung eine Schule für alle Kinder, mit und ohne Beeinträchtigung.

Noch besuchten etwa 6,5 Prozent in Stadt und Landkreis eine Förderschule. Nach Plänen des Landes soll die Quote auf vier Prozent sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten Schulamt und Stadt daran, sich als Modellregion Inklusion anerkennen zu lassen. Eine Folge wäre, dass keine Lehrerstellen abgebaut werden, obwohl Förderschulen geschlossen werden, sagte Burger. Eine Entscheidung zur Modellregion fällt im Herbst.

Das Land hat mit Personal in den vergangenen Jahren massiv investiert. Laut Burger gibt es in Stadt und Landkreis derzeit 53 Lehrerstellen für inklusiven Unterricht. Bis 2016/2017 sollen fünf bis sechs hinzukommen. „Insgesamt hat sich damit die Anzahl der Förderschullehrerstellen im Schulamtsbereich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt“, sagte Burger. Künftig sind diese Stellen an der Astrid-Lindgren-Schule angesiedelt, die zu einem regionalen Inklusionszentrum der Stadt Kassel ausgebaut wird.

Von Claas Michaelis

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