Förderverein Bad Wilhelmshöhe sieht Vertrauensbruch

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Lange Tradition: Kurz nach der Eröffnung des Wilhelmshöher Bades 1935 entstand diese Aufnahme. Das Grundstück mitten im Kurbezirk ist heute Millionen wert.

Kassel. Der Vorschlag der SPD, die das Freibad Wilhelmshöhe abreißen und mit dem Geld aus dem Grundstückverkauf das Bad in Harleshausen sanieren will, schlägt weiter hohe Wellen. Auch bei den Genossen selbst.

Dort macht man sich Gedanken darüber, ob das Bäderthema bis zu den Bundestags- und Landtagswahlen im September Auswirkungen im Kasseler Westen haben wird. Für den SPD-Vorschlag stimmten jedenfalls bei der - nicht repräsentativen - HNA-Umfrage von 636 Teilnehmern gerade mal 16,3 Prozent.

Alle Informationen zu den Kasseler Bädern finden Sie hier.

„Wir werben weiterhin für unsere Position“, hält der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Geselle dagegen. Es sei nicht richtig, dass seine Fraktion ein Bürgerbegehren initiieren wolle. Sollte der SPD-Vorschlag in der Stadtverordnetenversammlung aber keine Mehrheit bekommen, bleibe es der Bürgerschaft anheimgestellt, sich dafür einzusetzen. Das sei ein wesentlicher Unterschied.

Dem Kämmerer und Bäderdezernenten Dr. Jürgen Barthel tue man Unrecht, wenn man ihn als Urheber des SPD-Vorschlags vermute. Dem Förderverein Bad Wilhelmshöhe ist das ziemlich egal. Der wirft der SPD und ihrem Kämmerer vor, politisch unglaubwürdig zu sein und einen großen Vertrauensbruch begangen zu haben. „Vereinbart war, dass wir bis Ende März Zeit haben, ein kostengünstigeres Konzept für die Sanierung vorzulegen“, sagt der Vereinsvorsitzende Kuno Hottenrott. Der Sportprofessor kann nicht verstehen, warum diese Vereinbarung nur eine Woche nach einem scheinbar einvernehmlichen Gespräch mit Barthel, Vertretern der Städtischen Werke und Fachleuten des Planungsbüros ANP über den Haufen geworfen wurde.

Hottenrott verweist darauf, dass der Förderverein täglich wachse und die Zahl von 500 Mitgliedern überschritten habe. Unter ihnen seien auch die Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich und Stadträtin Brigitte Bergholter (beide SPD). Man werde sich weiter für den Erhalt der Freibäder in Wilhelmshöhe und auch in Harleshausen einsetzen.

Von Thomas Siemon

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