Sozialarbeiter der Stadt verteilen Lunchpakete

Folge von Corona-Einschränkungen: Zahlreiche Jugendliche in Kassel hungern

In einer kurzfristigen Aktion haben jetzt Mitarbeiter des Kasseler Jugendamts 200 Lunchpakete für Kinder gepackt und sind diese auch schnell losgeworden (Symbolbild).
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In einer kurzfristigen Aktion haben jetzt Mitarbeiter des Kasseler Jugendamts 200 Lunchpakete für Kinder gepackt und sind diese auch schnell losgeworden (Symbolbild).

Neben vielfältiger wirtschaftlicher Not, die die Pandemie-Krise ausgelöst hat und weiterhin verursacht, gibt es auch elementare Notsituationen: Kinder und Jugendliche, die Hunger haben.

In einer kurzfristigen Aktion haben jetzt Mitarbeiter des Kasseler Jugendamts 200 Lunchpakete für Kinder gepackt und sind diese auch schnell losgeworden.

Hintergrund: Sozialarbeiter des Jugendamts pflegen – wenn auch in diesen Zeiten auf Distanz und unter erschwerten Bedingungen – nach wie vor die Beziehungsarbeit zu den Kindern und Jugendlichen in den Stadtteilen. Dabei kommen viele Ideen von Videos, Telefonanrufen bis hin zu Hausbesuchen zum Einsatz. Wöchentlich werden zudem Familienbriefe verschickt.

Dabei erfuhren die Sozialarbeiter, dass Kinder und Jugendliche über Hunger klagten. Daraufhin, so Dezernentin Ulrike Gote, habe man Jugendliche telefonisch kontaktiert und ihnen das Angebot gemacht, Lunchpakete zu erhalten. „Dieses Angebot wird sehr gut angenommen“, so Gote. Es handele sich vor allem um Jugendliche, „denen es an einer umfassenden Unterstützung im häuslichen Umfeld“ mangele. Häufig sei die Ursache für den Hunger weniger Geldnot als fehlende Strukturen und ein Mangel an Fürsorge in den Familien. Die Einschränkungen durch Corona verstärkten diese Probleme jetzt. Dreimal die Woche seien Sozialarbeiter der Stadt vor Ort und verteilten die Essenspakete. Bei dieser Gelegenheit, so Gote, haben die Mitarbeiter des Jugendamts auch die Möglichkeit, die Jugendlichen persönlich zu sehen.

Weniger gut angenommen wurde hingegen der gemeinsame Vorstoß von Sozial- und Schuldezernat, bedürftigen Familien in Kassel als Ersatz für geschlossene oder teilweise geöffnete Schulmensen Lunchpakete anzubieten. Damit die Kinder weiter ein Mittagessen bekommen, gibt es für diejenigen, die für das Bildungs- und Teilhabepaket berechtigt sind, die Möglichkeit, in den Schulen Essenspakete abzuholen. Darüber waren die Familien schriftlich informiert worden. Nur knapp 20 Prozent haben das Angebot angenommen.

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