Mehr als 500 Schüler erkunden seit gestern in Arbeitsgruppen die Welt der Technik

Forschergeist beflügelt

Energiesparprojekt: Anja Hagedorn (von links) und Lea Birkenfeld von der Klasse 6 e und Zoe Bunje aus der 6 c der Albert-Schweitzer-Schule testen im Modell, wie ein mit Erdwärme beheiztes Haus am besten isoliert werden kann. Fotos: Dilling

Kassel. Autos verbrauchen noch viel zu viel Sprit, verpesten die Umwelt und verschleißen die Fahrbahnen. Das liegt unter anderem am Rollwiderstand, den die Reifen verursachen. Da könnte ein Fahrzeug helfen, dass auf einem Luftkissen schwebt. So eines wollen Christoph Kellner und Laurin Neumann vom Physikclub als Modell bauen.

Das Projekt der beiden 14-jährigen Schüler der Albert-Schweitzer-Schüler gehört zu den spektakulärsten Forschungsarbeiten, die beim zweiten Schülerkongress im Kasseler Technikmuseum vor der Kulisse des Transrapid seit gestern zu sehen sind. Mehr als 500 Schüler haben sich zu Arbeitsgruppen angemeldet, in denen sie den Bau und das Programmieren von einfachen Robotern lernen, die Eigenschaften von Seifenblasen testen oder Kunststoffe herstellen. Und auch wer wissen will, wie viel unser Planet wiegt, erhält bei dem Kongress eine Antwort, auf die er mit einem Experiment selbst kommen kann.

An zahlreichen Ständen präsentieren Schüler ihre Forschungsprojekte, seien es der Bau von Solarautos, von mit Sonnenkraft betriebenen Booten oder des Modells eines Aufwindkraftwerks. Eine Schülergruppe zeigt in einem kleinen Wasserbecken, wie die Flutwelle eines Tsunami sich aufbaut.

Nicht genügend Förderung

Entdeckerdrang und Forschergeist werde in einigen Schulen immer noch nicht genügend gefördert, sagt Klaus-Peter Haupt, Lehrer an der Albert-Schweitzer-Schule und Seminarleiter für die Ausbildung von Physiklehrern, der mit dem Schülerforschungszentrum Nordhessen der Uni Kassel, dem Physik-Club, dem Technikmuseum und der Robert-Bosch-Stiftung und weiteren Unterstützern den Kongress ausgerichtet hat. Schüler hätten häufig zu wenig Gelegenheit, selbstständig unter Anleitung zu experimentieren, sagt Haupt. Da gehe es noch zu sehr nur um Wissensvermittlung. Viel hänge davon ab, wie sich der einzelne Lehrer engagiere.

Der Schülerkongress wirbt dafür, durch einen spannenderen naturwissenschaftlichen Unterricht die Begeisterung von Schülern für Technik zu wecken. Allerdings kamen zur Eröffnung des Kongresses gestern kaum Lehrer, was von den Veranstaltern bedauert wurde.

Der Schüler-Kongress wird heute ab 8 Uhr im Technikmuseum, Wolfhager Straße 109, mit Workshops und Vorträgen fortgesetzt. Der Eintritt kostet für Schüler, Eltern und Lehrer einen Euro.

Von Peter Dilling

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