Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Kassel: Mehrere Brände auf verwahrlostem Grundstück - Nachbarn haben Angst

Nach dem Feuer in der Silvesternacht: Auch Tage später liegt noch Brandgeruch in der Luft.
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Nach dem Feuer in der Silvesternacht: Auch Tage später liegt noch Brandgeruch in der Luft.

In der Silvesternacht schlugen meterhohe Flammen aus dem Anbau eines Doppelhauses im Kasseler Stadtteil Forstfeld. Es brannte nicht zum ersten Mal. Nun haben die Nachbarn Angst. 

  • Auf einem verwahrlosten Grundstück im Stadtteil Forstfeld in Kassel brennt es immer wieder. 
  • Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung
  • Die Nachbarn haben Angst, dass ein Feuer auch auf ihre Häuser übergreifen könnte.

Auch Tage später liegt noch der Brandgeruch über dem Wahlebachweg im Kasseler Stadtteil Forstfeld. Es ist nicht das erste Mal, dass es hier gebrannt hat. Während allerdings im Sommer nur vor dem Haus gelagerte Holzbohlen gekokelt haben, schlugen in der Silvesternacht meterhohe Flammen aus dem Anbau des Doppelhauses.

Michael Jäger wohnt in der anderen Hälfte des Doppelhauses. Ein Nachbar hatte um 2 Uhr den Brand bemerkt und ihn und seine Frau geweckt. „Wir haben jetzt einfach Angst“, sagt er. Nun liegt es nahe, dass an Silvester der Brand durch Feuerwerk ausgelöst worden sein könnte. „Aber hier böllert eigentlich kaum jemand“, sagt Jäger. Auch die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Die Ermittler seien mehrere Stunden vor Ort gewesen, erzählt Jäger.

Nach dem Feuer in der Silvesternacht: Auch Tage später liegt noch Brandgeruch in der Luft.

Die Polizei bestätigt auch, dass es bereits am 30. Juni vergangenen Jahres auf dem Grundstück gebrannt hat. Damals habe der Eigentümer Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet, da sich nach seiner Aussage Unbekannte Zutritt zu seinem Grundstück beschafft hätten.

Die Feuerwehr hat Jäger in der Silvesternacht dann ein zweites Mal rufen müssen. Immer wieder seien seine Frau und er zum Nachbarhaus gegangen, um sicherzugehen, dass es nicht erneut brennt. Der Brandgeruch sei besonders in seinem Badezimmer, das an den Anbau angrenzt, so stark gewesen, dass es nahe lag, Glutnester könnten noch in der Dämmung sein, erzählt er. Glücklicherweise war das nicht der Fall. Der Geruch ist auch Tage später noch nicht aus der Wohnung verschwunden.

Jäger hat versucht, mit dem Eigentümer zu sprechen, hat aber nichts bewirken können, so sagt er. Das Unkraut wuchert meterhoch auf dem Eckgrundstück. Baumaterialien liegen vor dem Eingang, dazu kommt jede Menge Unrat, der vermutlich von Unbekannten dazugestellt wurde.

Nach dem Feuer in der Silvesternacht: Nachbarn haben Angst.

Im vergangenen Sommer wurde der Bauschutt dann mit einem Bagger zu einem Berg aufgetürmt, erzählt Jäger. Mehr habe sich dann allerdings nicht getan. Zuvor hatten sich Anwohner bei der Stadt über den Zustand des Grundstücks beschwert. Rosen und Büsche seien über den gesamten Bürgersteig gewachsen, sagt ein Nachbar. Eine andere Frau berichtet von Ratten, die auf dem Grundstück gesehen wurden.

Stadt Kassel hat den Eigentümer bereits aufgefordert den Unrat zu beseitigen

Man habe den Eigentümer jetzt aufgefordert, den Unrat zu beseitigen, so ein Sprecher der Stadt Kassel. Wenn er das nicht tue, greife die Ersatzvornahme. Das heißt: Die Stadt lässt den Unrat entsorgen und stellt es dem Eigentümer in Rechnung. Das Grundstück sei im Sommer überprüft worden, Ratten habe man keine gesehen.

Jäger hat kaum ein Auge zugetan seit dem Feuer. „Und dann wird von einem leer stehenden Haus berichtet, aber nirgendwo steht, dass es sich um ein Doppelhaus handelt – wir wohnen doch direkt nebenan“, sagt er. Lediglich eine zwölf Zentimeter dicke Ziegelwand trenne seine Wohnung vom Nachbarhaus.

Haus steht seit fünf Jahren Leer

Früher hätte dort ein älteres Ehepaar gewohnt. Da sei der Rasen wie mit der Nagelschere geschnitten gewesen. Nach dem Tod der Senioren sei das Haus verkauft worden. Der neue Eigentümer habe bauen wollen, dabei habe es wohl Probleme gegeben, so Jäger. Seit fünf Jahren verwahrlose alles.

Jäger wird wohl auch vorerst keine Ruhe finden. Der Anbau ist noch immer so, wie ihn Feuerwehr und Polizei verlassen haben. Niemand sonst habe sich bisher um die Brandschäden gekümmert.

„Ich habe meinen Nachbarn gesagt, wenn etwas ist, und ich nicht da bin, dann sollen sie die Tür eintreten und meinen Hund rausholen“, sagt er.

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