Anschlussstelle "Kassel Ost" könnte wegfallen

Kasseler Osten hat Angst vor dem Verkehrsinfarkt

Kassel. Im Osten der Stadt herrscht Angst vor drastisch mehr Verkehr durch den geplanten Wegfall der Autobahn-Anschlussstelle an der Stadtgrenze bei Kaufungen-Papierfabrik.

Vorgesehen ist der Umbau der Auffahrt Kassel-Ost zum Autobahndreieck.

Künftig kann man dort nicht mehr auf die Autobahn fahren und die Autobahn auch nicht verlassen, sondern nur von der neuen A 44 auf die A 7 oder von der 7 auf die 44 fahren. Die nächsten Anschlussstellen sind am Autobahnkreuz Kassel-Mitte der Lohfeldener Rüssel sowie Kassel-Nord an der Stadtgrenze bei Niestetal-Heiligenrode und im Osten bei Niederkaufungen.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hatte bei seinem jüngsten Besuch in Kaufungen klargestellt, dass die Anschlussstelle Kassel-Ost wegfallen wird. Das hatten Teilnehmer der Arbeitsgruppe des Bundesverkehrsministeriums zur Planung des A 44-Abschnittes von Helsa bis zu A 7 schon geahnt. „Uns wurden immer Argumente präsentiert, warum eine Anschlussstelle in der Nähe der A 7 nicht möglich sei, eine Kompromissfähigkeit haben wir nicht erkennen können, “ sagt der Kasseler SPD-Stadtverordnete Volker Zeidler.

Forstfeld

„Wir haben Angst, dass viele Autofahrer künftig über den Forstbachweg und die Ochshäuser Straße zur A 49 nach Waldau fahren“, sagt Ortsvorsteherin Brigitte Ledderhose (SPD). Weil viele Fahrer diese Abkürzung nutzen würden, „befürchten wir einen weitaus stärkeren Verkehr auf beiden Straßen“. Zu den Hauptverkehrszeiten würden sich bereits jetzt Staus bilden. Weil an der Ochshäuser Straße in Höhe der Bushaltestelle Wahlebachsiedlung Fußgänger kaum sicher über die Straße kämen und sich bereits mehrere schwere Unfälle ereigneten, fordert der Ortsbeirat seit Jahren dort einen ampelgesicherten Überweg.

Waldau

In Waldau rechnet Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD) mit mehr Verkehr vor allem auf der Marie-Curie-Straße, der Nürnberger sowie Kasseler Straße und der B 83. Es gebe im Stadtteil bereits ein Durchfahrtsverbot für Lkw, „aber da hält sich kaum einer dran“. Die Waldauer Wohnstraßen seien Abkürzungsstrecke für den Verkehr vom und zum Industriepark. Durch die Navigationsgeräte könnten ortsunkundige Fahrer die Schleichwege durch Wohngebiete nutzen. Schon heute „wälzt sich der ganze Verkehr von der Autobahn durch Waldau, wenn auf der A 7 ein Stau ist.“

Unterneustadt

Der Wegfall der Anschlussstelle Ost sei „schwierig, aber nicht so dramatisch“, sagt Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne). Nach den Modellrechnungen gebe es keine nennenswerte zusätzliche Verkehrsbelastung. Und sollte der Schleichverkehr doch stark zunehmen, gelte die Zusage der Stadt, dann etwas dagegen zu unternehmen. „Das kann man unterbinden“, ist Schleißing zuversichtlich.

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