Vorschlag: Fester Fahrplan für Anrufsammeltaxi

Ärger der Senioren über die KVG: Ein Fahrplan soll es richten

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Auf dem Lindenberg liegen die Seniorenwohnanlagen Lindenberg: Seit der KVG-Liniennetzreform kommen die Bewohner sowie weitere Anwohner schlecht zum Ortskern Forstfeld.

Die Bewohner der Seniorenwohnanlage Lindenberg im Kasseler Stadtteil Forstfeld fühlen sich abgeschnitten vom Busnetz. Nun gibt es ein neues Angebot der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG). 

Im Grünen liegen sie, die Seniorenwohnanlagen Lindenberg. Doch seit der KVG-Liniennetzreform fährt kein Bus mehr über den Lindenberg im Stadtteil Forstfeld, die Verbindung zu Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Anschlüssen zum öffentlichen Personennahverkehr ist abgerissen. Eigentlich soll ein Anrufsammeltaxi die Lösung sein. Doch damit gibt es nach Berichten der Betroffenen erhebliche Probleme.

Ein fester Fahrplan für das Anrufsammeltaxi soll die Lösung sein. Diesen Vorschlag trug KVG-Mitarbeiter Oliver Eikenberg bei einer nicht öffentlichen Sitzung vor, zu der der Beirat für betreutes Wohnens der SWA Lindenberg eingeladen hatte. Der Einladung folgten der Ortsbeirat Forstfeld, die Kasseler Linke und SPD. Fragen und Antworten:

Was kritisieren Anwohner und Bewohner der Seniorenwohnanlage Lindenberg?

In der Kritik steht der Wegfall der Linie 25, die vor der Netzreform über den Lindenberg fuhr. Als Lösung sollte ein Anrufsammeltaxi (AST) die Menschen vom Berg runter in den Ortskern und wieder zurück auf den Berg bringen, doch das funktionierte bislang offensichtlich nicht. Bereits in einer Ortsbeiratssitzung im November machten die Betroffenen ihrem Ärger Luft: Zu lang seien die Wartezeiten, Taxis sollen auch mal gar nicht erschienen sein, die Fahrer seien unfreundlich, helfen alten Menschen nicht beim Ein- und Aussteigen, verweigerten die Mitnahme von Rollatoren oder verlangten dafür zusätzliches Geld.

Was hat die KVG seitdem unternommen?

„Die Kritik nehmen wir sehr ernst“, sagte KVG-Mitarbeiter Oliver Eikenberg in der Sitzung am Montagabend. Die KVG habe verdeckt den AST-Anbieter Minicar bei 40 Fahrten getestet. Das Taxi sei telefonisch und über die App bestellt worden. Immer sei ein Taxi erschienen. „Insofern können wir diese Kritik nicht nachvollziehen“, sagte Eikenberg, räumt aber ein, dass es Schwächen bei den Tarifkenntnissen der Fahrer gab. „Darüber haben wir gesprochen, das ist nun geklärt.“ Der KVG-Vertreter weist darauf hin, dass bei Bestellungen immer angegeben werden müsse, ob etwa ein Rollator transportiert werden soll.

Kommt die Linie 25 zurück? Oder kann die Linie 12 umgelegt werden?

Es brauche noch Zeit für eine Evaluation der Liniennetzreform, sagt Eikenberg. Untersucht würden unter anderem Beschwerden und Pünktlichkeit der Busse. Eine externe Befragung sei ebenfalls geplant. „Die Evaluation startet jetzt. Ergebnisse sollen im Sommer vorliegen, danach folgen Auswertungen. Bis dahin werden wir keine Eingriffe vornehmen.“ Auch die Linie 12 könne nicht umgelegt werden, dafür reichen die Wendezeiten nicht.

Wie soll nun den Anwohnern auf dem Lindenberg geholfen werden?

Die KVG schlägt vor, gemeinsam mit dem Ortsbeirat, Anwohnern und Senioren einen festen Fahrplan für das Anrufsammeltaxi zu erarbeiten. „Diese Art von Stadtteilbus ist eine vernünftige Alternative, die schnell umgesetzt werden kann“, sagt Eikenberg. Wie oft, wann und in welcher Größe ein Taxi fährt, müsse gemeinsam abgestimmt werden. Abfahrtszeiten über den ganzen Tag seien aber nicht geplant.

Wann findet das Treffen statt?

Das soll noch vereinbart werden. Ruth Fürsch, Geschäftsführerin der SWA Kassel, sagt: „Der Termin sollte in den nächsten vier Wochen stattfinden.“

Die Seniorenwohnanlage Lindenberg im Regiowiki

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