SPD-Politiker ist im Stadtteil geboren

Sein Stadtteil liegt ihm am Herzen: Sascha Gröling ist Ortsvorsteher in Forstfeld

Im Stadtteil aufgewachsen: Der 47-jährige Sascha Gröling (SPD) ist neuer Ortsvorsteher in Forstfeld.
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Im Stadtteil aufgewachsen: Der 47-jährige Sascha Gröling (SPD) ist neuer Ortsvorsteher in Forstfeld.

Forstfeld – Sascha Gröling ist im Stadtteil aufgewachsen. Schon seine Eltern und Großeltern haben in Forstfeld gewohnt. Jetzt ist er Ortsvorsteher im Stadtteil Forstfeld.

Auch nachdem Gröling aus beruflichen Gründen einige Jahre nicht in Kassel verbracht hat, stand für ihn immer fest, er will zurück in „seinen Stadtteil“. Mittlerweile lebt er dort mit seiner eigenen Familie.

Seit 2011 war der 47-jährige Polizist bereits stellvertretender Ortsvorsteher. Im vergangenen Jahr hatte seine Vorgängerin, Brigitte Ledderhose (SPD), angekündigt, dass sie sich zurückziehen wolle. Für Gröling war es keine Frage, dass er dann für das Amt des Ortsvorstehers kandidiert. „Mir macht die politische Arbeit Spaß“, sagt der SPD-Politiker, der auch Stadtverordneter ist, aber vor allem liegt ihm sein Forstfeld am Herzen.

Ein Stück weit ist der Wechsel von Ledderhose auf Gröling für ihn ein Generationswechsel. Aber auch im Stadtteil hat sich zuletzt einiges verändert. Gesellschaftlich gibt es hier eine manchmal nicht ganz leichte Durchmischung, beschreibt es Gröling. Aber vom Arbeiter bis zum Uniprofessor sei in Forstfeld alles vertreten. Das mache das Leben hier eben für ihn auch aus. Noch gebe es im Gegensatz zu anderen Stadtteilen im Kasseler Osten die Möglichkeit, ein Haus zu finanzierbaren Preisen zu erwerben. Das zeige sich auch darin, dass auch immer mehr junge Familie hier herziehen. „Das freut mich“, sagt Gröling und führe auch dazu, dass der Stadtteil mittlerweile mit Blick auf die Altersstruktur sehr ausgewogen sei. Aber auch die Älteren wollen im Forstfeld bleiben, so empfindet er es. Die Pläne zur Erweiterung der Seniorenwohnanlage auf dem Lindenberg sieht er dabei als guten Schritt. Aber die Stadt Kassel wachse und damit auch der Speckgürtel. Das führe dazu, dass es in Forstfeld immer mehr Verkehr gebe. Ein Problem ist aus Grölings Sicht vor allem der viel befahrene Forstbachweg, auf dem auch der Schwerverkehr immer mehr zunehme. „Das ist wie eine Achse, die den Stadtteil durchschneidet“, sagt er.

Da müsse man sich zukünftig etwas überlegen, um diese besser zu integrieren, so der neue Ortsvorsteher. Ein weiteres Großprojekt wird die Entwicklung einer neuen Stadtteilmitte im Bereich der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule. Der Ortsvorsteher würde sich wünschen, dass sich im Stadtteil Gastronomie ansiedelt. Dass die Eisdiele am Forstbachweg, die auch Pizza verkauft hat, nach Kaufungen abgewandert ist, findet er schade. Aber es sei nicht ganz leicht für Gastronomen im Stadtteil, das muss er zugeben.

Und dann gibt es noch ein Ereignis, was den Stadtteil zuletzt besonders stark verändert hat: der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Dass der Täter nahezu unerkannt hier gelebt habe, sei für viele Bewohner schwer zu verkraften gewesen. „Es war im Grunde der Wolf im Schafspelz, so haben es zumindest die meisten hier empfunden“, sagt Gröling. Viele Bewohner hat das Geschehen verängstigt, sagt er.

Aber es sei auch etwas, an dem der Stadtteil mit Blick auf die Zukunft deutlich gewachsen sei. „Es hat den Zusammenhalt hier verstärkt.“

Von Kathrin Meyer

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