Lösung auf dem Weg

Strittige Straßennamen: Schilder im Forstfeld schon in Arbeit

Brigitte Ledderhose

Kassel. An einer Lösung, wie man in Kassel mit strittigen Straßennamen umgehen sollte, wird längst gearbeitet.

Der Ortsbeirat Forstfeld hatte sich im Sommer dafür ausgesprochen, ausführlichere Zusatztafeln unter den Schildern der Kolonialstraßen anbringen zu lassen, berichtete jetzt Ortsvorsteherin Brigitte Ledderhose (SPD). Außerdem sei geplant, eine Tafel mit ausführlichen Informationen an einem zentralen Ort in der Afrika-Siedlung aufzustellen. „An der Formulierung der Texte wird bereits gearbeitet“, sagte Ledderhose.

„Der Nachhilfe durch Herrn Stadtverordneten Harry Völler aus Bettenhausen für den zuständigen Ortsbeirat Forstfeld hätte es also nicht bedurft.“

Die Ortsvorsteherin reagierte auf einen Vorstoß des SPD-Stadtverordneten Harry Völler, der eben das vorgeschlagen hatte (wir berichteten). Als Beispiele hatte er neben der Waldemar-Petersen-Straße unter anderem die Lüderitz- und Wißmannstraße im Afrika-Viertel angeführt. „Hätte Herr Völler sich bei dem zuständigen Ortsbeirat Forstfeld vorher sachkundig gemacht, hätte er nicht etwas erneut vorschlagen müssen, was längst in Bearbeitung ist und demnächst seinen Abschluss findet“, sagte Ledderhose. „Der Nachhilfe durch Herrn Stadtverordneten Harry Völler aus Bettenhausen für den zuständigen Ortsbeirat Forstfeld hätte es also nicht bedurft.“

In Kassel sind 480 Straßen nach Personen benannt. Für die Waldemar-Petersen-Straße wurde kürzlich eine Umbenennung ins Spiel gebracht. Darüber entscheiden müsste der zuständige Ortsbeirat auf Vorschlag des Magistrats.

Nach der jüngsten Berichterstattung haben viele Leser auf HNA.de den Vorschlag diskutiert, ob mit ausführlicheren Erklärungen auf die Biografien von strittigen Straßennamensgebern hingewiesen werden sollte. Einen Auszug dokumentieren wir hier:

„Selbstverständlich ist es gut, die Geschichte tagtäglich aufzuarbeiten. Und selbstverständlich ist es gut, Personen mit – aus heutiger Sicht – abzulehnenden politischen Einstellung auch als solche erkennbar zu machen. Ob nun eine Umbenennung dienlicher ist als das Anbringen eines Zusatzes, welcher die Missachtung kundtut, sei dahingestellt“, schreibt ein Nutzer namens k.richter.

„Die einzig sinnvolle Alternative wäre, generell auf Straßennamen mit Personenbezug zu verzichten. Man will aber nur bestehende Benennungen einzelner Personen verändern, weil abseits der Ehrungen unschöne Dinge herausgekommen sind“, kommentiert Clemens80. „Da wird man noch viel öfter was finden, je nachdem wie sensibel welche Themen gerade sind und schafft sich damit jede Menge Arbeit. Da wäre ein Zusatz zur Erklärung die bessere Lösung.“

Bei Diskussionen im Internet ist es üblich, Spitznamen zu verwenden.

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